Politik

Kinderbetreuung in Salzburg: 600 zusätzliche Plätze geschaffen

Landesrätin Andrea Klambauer spricht davon, dass Kinder in Salzburg gut betreut seien. Kritik kommt indes von der Arbeiterkammer.

Symbolbild. SN/robert ratzer
Symbolbild.

Deutlich mehr Mädchen und Buben würden in Salzburgs Kleinkindgruppen und Kindergärten betreut, die Öffnungszeiten würden laufend verbessert und die Anzahl der Pädagoginnen und Pädagogen steige. "Diese Verbesserungen sind in den Familien deutlich zu spüren. Jede dieser Maßnahmen trägt dazu bei, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser möglich wird", sagt Landesrätin Andrea Klambauer.
"Die nun vorliegende Statistik belegt mit Fakten, dass wir unserem Ziel, einer flächendeckenden und hochwertigen Kinderbetreuung in Salzburg, mit großen Schritten näher kommen." Jedes dritte Kind im Alter von ein bis unter drei Jahren habe bereits einen Platz in einer Kleinkindgruppe (36,6 Prozent). Es wurden gegenüber dem vergangenen Jahr mehr als 600 zusätzliche Plätze in institutionellen Einrichtungen geschaffen.

"Besonders hervorheben möchte ich, dass in den Kindergärten im Durchschnitt eine Pädagogin bzw. ein Pädagoge acht Kinder betreut", sagt Klambauer. Das sei im Vergleich mit den anderen Bundesländern hinter Vorarlberg der zweitbeste Wert. (Vorarlberg: 7,1 Kinder pro Fachkraft in institutionellen Einrichtungen, Salzburg: 7,6, Niederösterreich: 11,2) Mit 3146 Beschäftigten (ohne Mehrfachzählungen) gibt es um 167 mehr als im Jahr zuvor. Die Anzahl der ganztägig betreuten Kinder hat von 7152 auf 7539 zugenommen, jene der halbtägig betreuten von 13.617 auf 13.722.

Deutlich gestiegen sei die Anzahl der Betreuungseinrichtungen, die mindestens acht Stunden pro Tag geöffnet haben (63 Prozent sind von Montag bis Donnerstag mindestens acht Stunden geöffnet).

Eine Förderung des Landes ermögliche eine für Familien leistbare Kinderbetreuung. "Beide Elternteile, also Mütter und Väter, sind für die Familienarbeit verantwortlich. Ebenso sollen beide Elternteile die Möglichkeit haben, in ihrem Beruf tätig zu sein. In Verbindung mit einer guten Kinderbetreuung kann dies sehr gut gelingen", sagt Klambauer. Die Situation in den Familien wandele sich. Früher lebten oft Großeltern in der Nähe, die die Kinderbetreuung flexibel übernehmen konnten. Heute gebe es außerdem viele Alleinerziehende, die ebenso auf eine gute Kinderbetreuung angewiesen sind. "Ich möchte alle Familien unterstützen, damit ihr Alltag gut gelingt. Es wäre schön, wenn sich Paare wieder zunehmend für Kinder entscheiden." Die aktuellen Zahlen der Landesstatistik belegen, dass man in Salzburg damit auf einem guten Weg ist.

Insgesamt werden 30.884 Kinder außerfamiliär betreut (1021 mehr als ein Jahr zuvor). Dieser Anstieg betrifft sowohl die Kleinkinder (unter drei Jahre), die Kindergartenkinder (drei bis unter sechs Jahre) und die Betreuung der Schulkinder. In allen Bezirken (mit Ausnahme der Stadt Salzburg) haben sich die Betreuungsquoten verbessert.

AK: "Zahlen-Schönfärberei"

Verwundert über die positiven Worte zeigt sich AK-Präsident Peter Eder: "Ich verstehe diese Euphorie nicht, denn die großen Baustellen bleiben. Nicht angebrachte Selbstzufriedenheit und Zahlen-Schönfärberei bringen weder Eltern noch Kindern was." Bei den unter Dreijährigen sei die institutionelle Betreuungsquote gerade einmal um 0,3 Prozent gestiegen. Nach wie vor hat jede zweite Einrichtung mehr als fünf Wochen jährlich geschlossen und mit einem Vollzeitjob beider Eltern sind lediglich 28,9 Prozent kompatibel - also annähernd gleich geblieben. Und ein Betreuungsschlüssel in Kindergärten von acht Kindern pro Fachkraft ist nur die halbe Wahrheit - denn in jedem zweiten Kindergarten kommen auf eine Fachkraft zwischen zehn bis zu 25 Kinder." Die AK fordert weiterhin eine Anhebung der Betreuungsquote bei den unter Dreijährigen auf 50 Prozent bis zum Jahr 2025.

Quelle: SN

Aufgerufen am 31.10.2020 um 03:18 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/kinderbetreuung-in-salzburg-600-zusaetzliche-plaetze-geschaffen-69510010

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