Politik

Kindergärten: "Es reicht uns, wir werden streiken"

Seit Jahren sind die Gehälter von Salzburgs Kindergartenpädagoginnen ein Zankapfel zwischen Gewerkschaft und Politik. Land und Stadt schieben sich dabei gegenseitig den schwarzen Peter zu.

Die Forderungen nach höheren Gehältern und mehr Personal bestünden seit Jahren, sagt Christine Dorfer, Leiterin des Kindergartens Maxglan sowie Personalvertreterin und Gewerkschaftsvorsitzende der Dienststelle Kindergärten und Horte. Der Zustand in den Einrichtungen sei teilweise katastrophal. Ein Beispiel: Eine Pädagogin sei wegen einer Krebserkrankung acht Monate ausgefallen und nie ersetzt worden. "Das geht zulasten der Kollegen, die irgendwann völlig überarbeitet sind." Ein Ausbau des "Springer-Pools" sei unbedingt nötig: "Statt derzeit sieben Pädagogen bräuchten wir bis zu 15 Personen, die bei Karenz oder Krankheit einspringen."

Johann Auer, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, sieht vor allem das Land in der Pflicht. Mit Tina Widmann, Vorgängerin der nun ressortzuständigen Landesrätin Martina Berthold (Grüne), sei ein Fünf-Millionen-Euro-Paket ausverhandelt worden, um die Löhne der Kindergartenpädagoginnen im Bundesland anzuheben. Doch seither sei nichts passiert. "Wir haben Berthold ein Jahr gegeben, um sich einzuarbeiten. Jetzt reicht es. Wir müssen verhandeln."

Berthold: Schaden zeigt kein InteresseKritik, die Berthold nicht auf sich sitzen lassen will. In einer Aussendung betont sie, dass sie sich sehr wohl für verbesserte Rahmenbedingungen der Kindergartenpädagoginnen einsetze. Das Fünf-Millionen-Euro-Paket sei unter Widmann ohne den Gemeindeverband und den Städtebund als wichtige Partner ausverhandelt worden. Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) zeige kein Interesse an Verbesserungen für die Pädagogen und an den Verhandlungen. Notfalls werde sie in die Verhandlungen auch ohne die Stadt einsteigen, heißt es in der Aussendung.

Schaden dazu: "Wenn das Land Verbesserungen will, dann muss die das Land auch bezahlen." Er verstehe den Unmut der Kindergartenpädagogen in der Landeshauptstadt nicht. Sie hätten mit neun Wochen mehr Urlaub als viele andere Bedienstete. "Dass sie da auch noch mehr Geld wollen, passt für mich nicht zusammen." Zudem seien die Gehälter der städtischen Kindergartenpädagoginnen ohnehin höher als die in den Gemeinden. Das Einstiegsgehalt beträgt 2024 Euro brutto pro Monat. Ein Maturant bekomme bei Dienstantritt im Magistrat vier Euro weniger.

Kein gutes Haar an Schaden lässt auch Christine Dorfer: "Er sagte zu mir: ,Was wollt ihr denn mehr Geld, ihr kriegt eh ein Gratismittagessen.‘" Schaden dazu: "Dieser Satz ist nie gefallen. So etwas würde ich nie sagen." Dorfer wiederum droht mit Streik: "Wenn es sein muss: tagelang."

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