Politik

Kippt Verlegung des Bauhofs?

Die Stadt Seekirchen plant den nächsten Schritt zur Verlegung des Bauhofs Doll an die Peripherie. Das Land steht dem Standort aber negativ gegenüber. Auch in Seekirchen wächst die Kritik.

Es ist ein bedeutendes Projekt für die Stadtgemeinde Seekirchen: Das traditionsreiche Bauunternehmen Doll mit 120 Mitarbeitern will seinen Bauhof vom Zentrum in den Ortsteil Haging an der Grenze zu Eugendorf verlegen. In der Gemeindevertretung wird heute, Donnerstag, über die Umwidmung einer rund drei Hektar großen Grünland fläche in Gewerbegebiet abgestimmt. Am bisherigen Standort sollen geförderte Wohnungen entstehen. So weit der Plan.

Doch das Projekt stößt auf Widerstand. "Ich finde, der Standort ist denkbar ungeeignet", sagt Raumordnungs-Landesrätin Astrid Rössler (Grüne). Kritik kommt auch vom Naturschutzbund: "Aus landschaftsästhetischer Sicht ist der Standort völlig absurd. Das ist bester landwirtschaftlicher Boden. Wenn wir freie Gebiete mit Gewerbebauten zubauen, wird das ein Einheitsbrei", sagt Landeschef Winfrid Herbst. Die Aufsichtsbehörde des Landes hat den Plan bereits negativ bewertet. Argumentiert wird mit drohender Zersiedlung, Verlust an Grünland und erhöhtem Verkehrsaufkommen. "Die Gemeinde beharrt jedoch auf dem Projekt und ist leider uneinsichtig", sagt Rössler.

Das will Bürgermeisterin Monika Schwaiger (ÖVP) so nicht stehen lassen: "Wir sind auf alle Kritikpunkte des Landes eingegangen." Für Schwaiger ist das Projekt "sehr wichtig. Denn so kommt der Bauhof aus dem Zen trum und bleibt dennoch in Seekirchen. Es geht auch um Arbeitsplätze." Eine Absiedelung des Bauhofs Doll könnte laut Experten auch die Zufahrt zum geplanten Bezirksgericht wesentlich erleichtern.

In der Gemeinde dürfte sich mit den Stimmen von ÖVP, FPÖ und FWS eine Mehrheit für die Umwidmung finden. Auch die grün-nahe Liste LeSe war anfangs für das Projekt - bis im Raumordnungsvertrag zwischen der Familie Doll und der Gemeinde Schwächen gefunden wurden, wie Fraktionschef Norbert Weiss erläutert. "Wenn leistbare Wohnungen im Zentrum entstehen, dann ist das im öffentlichen Interesse. Genau das ist in diesem Vertrag nicht abgesichert. Wenn die Familie Doll dort nichts macht, gibt es kaum Sanktionen." Sein Fazit: "Die Bürgermeisterin hat schlecht verhandelt."

Das Land hat jedenfalls das letzte Wort - weil der Fall noch ins bis zum 31. Dezember gültige "Raumordnungsgesetz alt" fällt.

Quelle: SN

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