Politik

Klubsitzung der Ausgetretenen: Skurriler Streit im ehemaligen Team Stronach

Otto Konrad und Hans Mayr haben sich gegenseitig zu Klubchef und Stellvertreter gewählt. Obwohl beide damals aus dem Klub ausgetreten sind. Nun prüft das Land, wie man mit den Streithanseln umgeht.

Da waren sie noch vereint: Helmut Naderer mit Parteigründer Frank Stronach, Hans Mayr und Otto Konrad. Das Team hielt aber nicht sehr lange.  SN/APA/FRANZ NEUMAYR
Da waren sie noch vereint: Helmut Naderer mit Parteigründer Frank Stronach, Hans Mayr und Otto Konrad. Das Team hielt aber nicht sehr lange.

Die Geschichte rund um das ehemalige Team Stronach ist um eine Facette reicher. 2013 waren Hans Mayr, Helmut Naderer und Otto Konrad mit acht Prozent an Wählerstimmen mit drei Mandaten in den Salzburger Landtag eingezogen.

Das Team blieb aber nicht lange ein Team. Erst trat der damalige Landesrat Hans Mayr aus, dann Otto Konrad, dann auch noch Gabi Fürhapter. Helmut Naderer war schließlich Klubchef von sich selbst, weil nur noch er im Team Stronach übrig war.

Naderer hat die Partei im Vorjahr in Freie Wähler Salzburg (FWS) umbenannt.

Hans Mayr gründete seine eigene Partei, die Salzburger Bürgergemeinschaft, musste aber infolge eines Spendenskandals zurücktreten.

Und so kam es, dass er Helmut Naderer Ende Jänner einen Brief schrieb. Mayr beantragte die Rückkehr in den Landtagsklub - jetzt der FWS. Die Idee dahinter: Wenn Otto Konrad und Hans Mayr eine Klubsitzung einberufen würden, könnten sie Naderer als Klubchef stürzen. Damit stünde ihnen auch das Geld aus dem Landtagsklub zur Verfügung. Naderer ließ ein Gutachten erstellen, dass eine Rückkehr nicht möglich sei, nach all den Vorkommnissen.

Protokoll der Klubsitzung: Mayr wählt Konrad, Konrad wählt Mayr

Am Montag haben Otto Konrad und Hans Mayr eine Klubsitzung einberufen - quasi die Klubsitzung der Ausgetretenen. Sie fand in der Kanzlei von Mayrs Anwalt statt. Auch Naderer war eingeladen, aber nicht erschienen. Und jetzt wird es wirklich skurril. Im Protokoll der Sitzung heißt es wörtlich: "Abgestimmt wird über die Wahl des Obmanns des Landtagsklubs Freie Wähler Salzburg. Hans Mayr schlägt vor, Otto Konrad zum Obmann des Landtagsklubs Freie Wähler Salzburg zu wählen. Der Vorschlag wird mit den Stimmen von Hans Mayr und Otto Konrad angenommen. Otto Konrad schlägt vor, Hans Mayr zum stellvertretenden Obmann des Landtagsklubs Freie Wähler Salzburg zu wählen. Der Vorschlag wird mit den Stimmen von Otto Konrad und Hans Mayr angenommen." Konrad hat also Mayr gewählt und sich selbst. Mayr hat im Gegenzug Konrad gewählt und sich selbst. Nun soll Konrad Klubchef sein. Dieser hat das auch schriftlich dem Landtagspräsidenten mitgeteilt.

Land klärt nun rechtliche Fragen

Das Land muss sich wohl oder übel mit den Streithansln beschäftigen. Der Landtagsdirektor hat daher um Prüfung der rechtlichen Fragen ersucht:

"Können die Abg. Konrad und Mayr wieder Mitglieder im FWS Landtagsklub werden? Wenn Ja auf welcher Weise. Ist die Sitzung vom 12. März 2018 als Klubsitzung zu qualifizieren? Ist die Wahl von LAbg. Konrad rechtlich gültig zustande gekommen? Hat die "Klubänderungsanzeige" eine für den Landtag rechtliche Bindungswirkung?"

Die Fragen sollen bis 19. März rechtlich geklärt sein.

Trio dürfte bald nicht mehr im Landtag sitzen

Am 22. April wählt Salzburg dann einen neuen Landtag. Zwei der drei Herren werden dann garantiert nicht mehr dabei sein. Helmut Naderer tritt nicht mehr an, Otto Konrad hat auch auf keiner Liste mehr einen Platz ergattert. Hans Mayr hat zwar seine eigene Partei, die Salzburger Bürgergemeinschaft. Der werden aber kaum Chancen auf einen Wahlerfolg eingeräumt.

Aufgerufen am 19.09.2018 um 06:22 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/klubsitzung-der-ausgetretenen-skurriler-streit-im-ehemaligen-team-stronach-25353373

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