Politik

Land Salzburg erhöht Tarif für Seniorenwohnhäuser

Ab 1. August gibt es um 3,30 Euro pro Tag mehr. Land und Gemeinden springen damit für den Wegfall der Selbstzahler mit rund 5 Millionen Euro ein.

Gemeindeverbandspräsident Günther Mitterer , Gesundheitsreferent Christian Stöckl und Soziallandesrat Heinrich Schellhorn (v. li.) SN/land salzburg
Gemeindeverbandspräsident Günther Mitterer , Gesundheitsreferent Christian Stöckl und Soziallandesrat Heinrich Schellhorn (v. li.)

Gesundheitsreferent Christian Stöckl (ÖVP), Gemeindeverbandspräsident Günther Mitterer (ÖVP) und Soziallandesrat Heinrich Schellhorn (Grüne) präsentierten Donnerstagmittag erste Schritte zur Absicherung der Pflege. Durch den Wegfall des Pflegeregress hat sich die finanzielle Situation in den Seniorenwohnhäusern nämlich verschärft. Waren früher 30 Prozent "Selbstzahler" im Heim, die für ihre Pflegebetreuung selbst mit ihrem Einkommen und Vermögen aufgekommen sind, kann jetzt nicht mehr auf das Vermögen der Bewohner zurückgegriffen werden. Nun rechnen Land und Gemeinden damit, dass nur noch sieben Prozent Selbstzahler übrig bleiben. Das zeige die Erfahrung der letzten Monate, sagt Schellhorn.

Und daher müssen Land und Gemeinden einspringen. Deshalb werden die Tarife pro Tag um 3,30 Euro erhöht. In Summe gibt es pro Verpflegungstag nun rund 32 Euro für die Seniorenheim-Betreiber. Die Tarifobergrenzen-Verordnung wird in Kürze in Begutachtung gehen und soll ab 1. August in Kraft treten. Finanziell kostet das ganze Land und Gemeinden 5,3 Millionen Euro. Wobei der Bund auch Millionen als Ersatzleistung überweist. Aktuell sind 6,2 Millionen Euro an das Land Salzburg geflossen. Das sei aber nur der Einnahmenentfall, sagt Stöckl. Der Ausfall durch den Wegfall der Selbstzahler müssten Land und Gemeinden berappen.

Pflegeplattform und mehr Geld für mobile Dienste

Für die mobilen Dienste - also etwa die Hauskrankenpflege und Haushaltshilfe - gibt es künftig eine halbe Million Euro mehr. Geplant ist hier ein Inkrafttreten der Verordnung mit 1. Oktober.
Als dritter Schritt ist die Installierung einer Pflegeplattform geplant. Im Rahmen derer sollen Probleme und Herausforderungen von Experten und Politikern diskutiert und Lösungsansätze gefunden werden. Stöckl betont, dass es bereits in den vergangenen Jahren gelungen sei, die Zahl der Ausbildungsplätze und damit auch jene der Absolventen in der Pflege zu steigern. Dennoch wolle man attraktivere Arbeitsbedingungen und ein besseres Image für den Berufsstand schaffen. "Dazu werden wir unter Einbindung aller Betroffenen eine entsprechende Kampagne starten und intensiv bewerben."


Quelle: SN

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