Politik

Landeshauptmann Haslauer: "Kopf hoch. Das kriegen wir hin."

Der Regierungschef spricht angesichts der aktuellen Lage Mut zu - auch wenn die Arbeitslosigkeit dramatisch sei und auf das Land eine "finanzielle Lawine" zukomme.

Salzburgs Regierungschef Wilfried Haslauer hoffe, dass man aus dieser Krise auch lerne: „Vielleicht nehmen wir mit, dass nicht alles selbstverständlich ist. Diese nörglerische Wohlstands-Larmoyanz, die sich breit gemacht hat, war auch ein Zeichen des Überflusses.“  SN/lmz/neumayr/leo
Salzburgs Regierungschef Wilfried Haslauer hoffe, dass man aus dieser Krise auch lerne: „Vielleicht nehmen wir mit, dass nicht alles selbstverständlich ist. Diese nörglerische Wohlstands-Larmoyanz, die sich breit gemacht hat, war auch ein Zeichen des Überflusses.“

Der Salzburger Landtag ist am Mittwoch in halber Besetzung zusammengetreten, um dringend notwendige Beschlüsse in der Coronakrise zu fällen. Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) lieferte einen Lagebericht zur Covid-Krise in Salzburg. In seiner 40-minütigen Rede betonte der Regierungschef, dass diese fünf Wochen das Land verändert hätten. Auch Salzburg sei wie ausgestorben.

Was das Beenden der Wintersaison mit 15. März anbelange, so habe man von einem Tag auf den anderen den Tourismus auf null heruntergefahren. "Ein unglaublich unternehmerischer Eingriff für die Betriebe", schildert Haslauer. Doch man habe die sich abzeichnende dramatische Entwicklung in Italien und in Tirol gesehen und habe keinen Urlauberwechsel mehr zulassen wollen. "Wir waren gerade noch rechtzeitig dran. Wir hatten das Glück, einen zeitlichen Vorlauf zu haben."

Zahl der Genesenen bei 110 Personen

967 Personen sind bis Mittwoch positiv auf Covid-19 getestet worden in Salzburg, 110 Menschen sind bereits wieder genesen. Aktuell befinden sich 66 Menschen im Krankenhaus, davon zehn auf der Intensivstation. Neun Senioren sind bereits an der Viruserkrankungen verstorben.

Wenn die Zahl der genesenen Menschen größer werde als jene der Neuinfizierten, dann gebe es Grund zur Hoffnung, sagte Haslauer. Doch dieser Punkt sei noch nicht erreicht.

"Unternehmen über die Krise bringen"

Die größte Herausforderung sei es derzeit für das Land, Schutzbekleidung, Masken und Testkits zu bekommen, schildert Haslauer. Man müsse die Krise jetzt bewältigen, aber auch den Mut nicht verlieren. Das sei auch Aufgabe der Politik, Mut zuzusprechen. "Da müssen wir jetzt halt durch, und durchhalten, auch wenn es schwierig wird. Ich bin mir sicher, das wird schon wieder." Die Arbeitslosigkeit sei dramatisch angewachsen. "Aber nicht so dramatisch, dass sich das nicht wieder zurückdrehen lassen würde", sagt Haslauer. Er richte den Appell an die Unternehmen, die Mitarbeiter nicht zu kündigen, sondern die Kurzarbeit zu wählen. "Wir müssen die Arbeitsplätze erhalten und die Unternehmen über die Krise bringen. Denn wenn wir danach eine Ruinenlandschaft der Wirtschaft vorfinden, werden wir sehr lange brauchen, um uns wieder zu erfangen. Daher ist es das Gebot der Stunde, die Unternehmer über die Krise zu bringen", sagt der Regierungschef. Finanziell komme auf das Land eine Lawine zu, meinte Haslauer. Salzburgs Grundeinstellung, keine neuen Schulden zu machen und Überschüsse im Budget zu erwirtschaften, sei jetzt ausgesetzt.

Wohlstands-Nörglerei: "Lernen aus der Krise"

Wie es weitergehe, könne er derzeit noch nicht sagen, betonte Haslauer. "Ich muss Ihnen leider sagen, es wird mit Ostermontag nicht beendet sein. Es wird irgendwann - aber ich kann Ihnen nicht sagen wann - eine schrittweise Rückkehr zur Normalität geben." Allerdings dürfe man nicht den Fehler machen, aus Ungeduld die Maßnahmen zu früh auszusetzen. Ein Rückfall wäre fatal, meinte Haslauer. "Ich kann nur sagen: Kopf hoch. Das ist eine überschaubare Zeit. Einige Wochen, vielleicht zweieinhalb Monate. Das kriegen wir hin, das wird wieder. Diese Zeit geht vorüber. Mit vereinten Kräften schaffen wir das." Auch ihm, Haslauer, würden die Feiern, das Ausgehen, die Restaurants, Freunde, Sportveranstaltungen, Opern, Schützen und Musikkapellen fehlen. "All das, was unser Leben ausgemacht hat. Aber es kommt wieder. Und vielleicht nehmen wir aus dieser Krise mit, dass nicht alles selbstverständlich ist. Diese nörglerische Wohlstands-Larmoyanz, die sich breit gemacht hat, war auch ein Zeichen des Überflusses, auch des Überflusses im Geiste." Vielleicht stelle man nach dieser Krise das Persönliche, das Aufeinander zu gehen wieder mehr in den Mittelpunkt, meinte Haslauer.

Haslauer bedankte sich in seiner Rede auch bei seiner Frau, die "voll im Homeoffice arbeitet und nebenbei unseren kleinen Buben betreut. Ich würde ihr gern helfen, aber leider bin ich momentan anderswo gefragt."


Aufgerufen am 28.05.2020 um 10:49 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/landeshauptmann-haslauer-kopf-hoch-das-kriegen-wir-hin-85670908

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