Politik

Lauter Protest für eine 35-Stunden-Woche vor dem Schloss Mirabell

Die Gewerkschaft appelliert an die Arbeitgeber, am Montag einem Kompromiss für die Beschäftigten in der Sozialwirtschaft zuzustimmen. LAbg. Gerald Forcher: "Bei einem Scheitern können wir in Salzburg noch einen Gang zulegen."

Die Gewerkschaft fordert eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich für die Beschäftigten der Gesundheits- und Sozialberufe. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, riefen sie in dieser Woche zu mehreren Warnstreiks auf: Nach der Caritas (Montag) und Pro Juventute (Mittwoch) war am Donnerstag die Lebenshilfe an der Reihe. Um 17 Uhr gab es zudem eine Streikversammlung vor dem Schloss Mirabell - mit rund 120 Beteiligten. Abschluss der Protestwoche ist am Freitag ab 18 Uhr ein "Fackelzug der Solidarität" in der Stadt Salzburg und in Zell am See. Die KV-Verhandlungen gehen am Montag in Wien in die siebte Runde.

Ziel für Montag ist "ein annehmbarer Kompromiss für beide Seiten"

Gerald Forcher, Geschäftsführer der GPA-djp Salzburg: "Wir hoffen, dass die KV-Verhandlungen am Montag einen Abschluss finden können und es einen für beide Seiten annehmbaren Kompromiss gibt. Aber um eine Arbeitszeitverkürzung zumindest in Etappen kommen wir nicht herum. Sollte es aber wieder zu keinem Ergebnis kommen, befinden wir uns in einer wirklich sehr ernsten Situation. In Salzburg werden wir in der Lage sein, im Ernstfall noch einen Gang zulegen zu können."

Eine AK-Breitseite gegen den Geschäftsführer des Hilfswerks

Die Arbeiterkammer Salzburg stehe zu 100 Prozent hinter der Forderung nach einer 35-Stunden-Woche für die Beschäftigten in der Sozialwirtschaft, sagt AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder. Äußerst kritisch sieht er die kürzlich von KV-Verhandler und Hilfswerk-Geschäftsführer Hermann Hagleitner präsentierte Lohnerhöhung beim Hilfswerk. "Offensichtlich will er die Verhandlungen torpedieren, indem er Mittel, die durchs Land Salzburg zur Verfügung gestellt werden, als seinen großen Wurf präsentiert. Mit seinem Verhalten gießt er bei den aufgeheizten KV-Verhandlungen unnötigerweise Öl ins Feuer."

Arbeitsbedingungen in der Pflege müssen stimmen

"Die Resonanz der Beschäftigten ist positiv. Ich appelliere an die Branchenvertreter, diese wichtige Forderung umzusetzen. Nur wenn die Arbeitsbedingungen stimmen, wird es gelingen, die dringend benötigten Fachkräfte in die Pflege zu bekommen. Eine Arbeitszeitverkürzung würde mehr Freizeit für Vollzeitbeschäftigte und mehr Geld für Teilzeitbeschäftigte bringen", erklärte Eder.


Quelle: SN

Aufgerufen am 27.09.2020 um 03:02 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/lauter-protest-fuer-eine-35-stunden-woche-vor-dem-schloss-mirabell-84099148

Kommentare

Schlagzeilen