Politik

Mattseer Strandbad wird zum 100er behutsam saniert

Bürgermeister Michael Schwarzmayr und Architekt Andreas Knittel haben dafür die historischen Baupläne ausgegraben. Eine Erkenntnis: Schon vor 100 Jahren wurde kostengünstig und "grün" gebaut. Die Kosten für die Generalsanierung belaufen sich auf 700.000 Euro.

Die Renovierung des Strandbads in Mattsee startet noch heuer. Im Bild: Bürgermeister Michael Schwarzmayr, Christian Haller und LH-Stv. Heinrich Schellhorn.  SN/Land Salzburg / Neumayr – Leop
Die Renovierung des Strandbads in Mattsee startet noch heuer. Im Bild: Bürgermeister Michael Schwarzmayr, Christian Haller und LH-Stv. Heinrich Schellhorn.

Das Strandbad in Mattsee gehört nicht zum alten Eisen. Das historische Bad auf 18.000 Quadratmeter wurde in den 1920er Jahren nach den Plänen des Wiener Architekten Franz Mörth gebaut und steht unter Denkmalschutz. Jetzt wird es mit dem Fachwissen des Denkmalschutzes behutsam generalsaniert.

Die Sanierung startet mit dem Dach und der Ufermauer

Noch heuer werden das Dach des Haupttrakts des Strandbades saniert und die gesamte Ufermauer erneuert. Die Kosten der ersten Sanierungsphasen 2020 und 2021 belaufen sich auf gut 400.000 Euro. 60.000 Euro davon übernimmt das Land. Weitere 34.000 Euro kommen vom Bundesdenkmalamt. Ein Ansuchen beim Tourismusförderungsfonds des Landes läuft.

"Wir Mattseer sind stolz auf das besondere Ambiente"

Bürgermeister Michael Schwarzmayr: "Wir Mattseer sind stolz auf das besondere Ambiente und freuen uns darauf, wenn vorhandene Juwele wie dieses Bad fit für die Gegenwart bleiben. Diese ersten Schritte sind erst der Anfang einer umfassenden Sanierung, die bis 2022 läuft." In Summe werden 700.000 Euro investiert. Schwarzmayr schätzt besonders, dass regionale Handwerksbetriebe zum Zug kommen.

Wilder Wein soll als Schattenspender eingesetzt werden

Mit Architekt Andreas Knittel aus Mattsee hat Bürgermeister Schwarzmayr die historischen Baupläne ausgegraben und dabei festgestellt, dass auch damals schon kostengünstig und "grün" gebaut wurde. "Den damals vorgesehenen wilden Wein werden wir auch jetzt als Schattenspender wieder einsetzen. Und an der Planung möchten wir auch die Jugend im Ort beteiligen - sie gehört zu den Hauptnutzern." LH-Stv. Heinrich Schellhorn: "Kulturelles Erbe und Sanierung bedeuten nicht nur, wertvolles Kulturgut bewahren, sondern auch Ressourcen schonen und Bestehendes schätzen."

Das Land fördert heuer 150 Erhaltungsprojekte mit 1,2 Mill. Euro

Im Flachgau wendet das Land heuer für 14 Projekte 170.000 Euro für die Erhaltung kulturellen Erbes auf. Damit werden weitere Investitionen in Millionenhöhe ausgelöst. Ein weiteres größeres Projekt neben dem Strandbad Mattsee ist die Sanierung der Kirche Arnsdorf mit 30.000 Euro vom Land. "Allein 2020 werden landesweit rund 150 Projekte mit 1,2 Millionen Euro an Förderungen unterstützt. Der Großteil davon wird heuer fertiggestellt", so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn. "Damit helfen wir mit, historische Bauten, Kleindenkmäler und andere Objekte zu erhalten. Sie sind ein wichtiger Teil des Kulturlandes Salzburg und tragen viel zur Unverwechselbarkeit und Identität des Landes bei", betont Kulturreferent Schellhorn.

"Die Abrissbirne kommt immer seltener zum Einsatz"

Christian Haller, beim Land zuständig für die Erhaltung des kulturellen Erbes bemerkt, dass die Bewahrung von historischer Bausubstanz immer höher im Kurs steht - auch bei der jungen Generation. "Die Jugend schätzt das Alte. Die Abrissbirne kommt immer seltener zum Einsatz. Die entstehenden Mehrkosten deckt die Landesförderung ab."

Quelle: SN

Aufgerufen am 30.10.2020 um 03:20 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/mattseer-strandbad-wird-zum-100er-behutsam-saniert-89299051

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