Politik

Mayr: Zu schnell fahren wird früher bestraft

Landesrat Hans Mayr setzt eine Senkung der Toleranzgrenze bei Geschwindigkeitsüberschreitungen im Ortsgebiet durch. Das soll Unfälle vermeiden - zu schnelle Lenker werden dadurch aber auch früher gestraft.

Zwei Drittel aller Verkehrsunfälle mit Verletzten passieren in Salzburg im Ortsgebiet. Darauf machte am Dienstag Landesrat Hans Mayr aufmerksam. Der Verkehrsreferent senkt deshalb ab 1. Juni die Toleranzgrenze für Geschwindigkeitsüberschreitungen im Ortsgebiet um fünf Stundenkilometer. Raser werden also in einer 30er-Zone schon ab 36 km/h gestraft, in einer 50er-Zone ab 56 km/h. Bisher lagen die Grenzen bei 41 beziehungsweise 61 Stundenkilometern. Auf Freilandstraßen soll die 15 km/h-Toleranz beibehalten werden. "Es gilt, die schwächsten Verkehrsteilnehmer in den Ortsgebieten besonders zu schützen", sagt Mayr. Bei der Absenkung der Toleranzgrenze handle es sich nicht um eine Abzocke der Autofahrer.

Tirol und Steiermark haben Toleranzgrenze gesenktFriedrich Schmidhuber, Leiter der Verkehrsabteilung der Salzburger Polizei, unterstützt den Vorschlag von Mayr. Er ergänzt, dass bereits in Tirol und der Steiermark die Toleranzgrenzen gesenkt wurden. "Es ist unbestritten, dass großzügige Toleranzgrenzen zur Erhöhung des allgemeinen Geschwindigkeitsniveaus beitragen", sagt Schmidhuber. Hohe Toleranzgrenzen signalisierten den Lenkern, dass die Einhaltung von Geschwindigkeitsbeschränkungen keine Bedeutung hat - die Wirklichkeit sehe aber anders aus.

Höhere Strafen und VormerksystemTäglich werden in Salzburg 1200 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt. Mayr fordert, dass die Übertretungen - wie in Deutschland - in ein Vormerksystem aufgenommen werden sollen. Vor allem Geschwindigkeiten über 100 km/h im Ortsgebiet sollen vermerkt werden. "Notorische Schnellfahrer sollen dazu bewegt werden, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen", sagt Mayr. Der Landesrat überlegt auch eine Erhöhung der Strafen. Es sei nicht logisch, dass Geschwindigkeitsüberschreitungen im Ortsgebiet weniger bestraft werden, als jene auf Autobahnen. Im Ortsgebiet sei das Verletzungsrisiko ungleich höher.

Quelle: Sn, Robert Mayer

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