Politik

Milchgipfel am Donnerstag in Salzburg: Kritik von Grünen

Seit dem Preistief im Sommer hat sich die Lage am Milchmarkt etwas entspannt. Beim zweiten Milchdialog sind jedoch keine parlamentarischen Abgeordneten eingeladen.

Der Milchpreis sinkt.  SN/Heinz Bayer
Der Milchpreis sinkt.

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) hatte im Juni 2016 zu einem "Milchdialog" ins Parlament geladen, um die dramatische Lage der Milchbauern zu diskutieren. Am Donnerstag findet in Salzburg nun der zweite Milchdialog statt. Die Grünen kritisieren, dass diesmal keine parlamentarischen Abgeordneten eingeladen sind.

Das Landwirtschaftsministerium verwies auf den Organisator des zweiten Milchdialogs, den Vorarlberger Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger - ihm hatte Rupprechter die weitere Milchdialog-Initiative überantwortet. "Die Zusicherung von Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter vor einem Jahr, den erfolgreichen Milchdialog, der auf parlamentarische Initiative im Juni 2016 zustande kam, in selber Form weiterzuführen, ist damit Geschichte", kritisierte der Grüne Landwirtschaftssprecher Wolfgang Pirklhuber in einer Aussendung.

Der neue Milchgipfel in der Stadt Salzburg findet am Donnerstagvormittag statt, am Nachmittag steht dann die Molkereiprodukte-Tagung des Fachmagazins "Regal" am Programm. Der Vorarlberger Landwirtschaftskammerpräsident kann die Aufregung der Grünen nicht verstehen. Es seien alle politischen Fraktionen der Landwirtschaftskammer, Branchen- und Bauernvertreter zum Milchdialog eingeladen, sagte Moosbrugger am Mittwoch.

Den Biobauern geht es etwas besser

Nach dem Milchgipfel im Juni 2016 hatte Rupprechter einen Zehn-Punkte-Plan gegen die Milchpreis-Krise vorgestellt. Darin enthalten war ein Rabatt des Sozialversicherungsbeitrages für die Bauern in Millionenhöhe. Im vergangenen Dezember einigte man sich nach einigem Tauziehen, dass allen Bauern die Sozialversicherungsbeiträge des letzten Quartals 2016 zu 53 Prozent erlassen werden. Dafür wurden rund 90 Mio. Euro aus den Reserven der Sozialversicherung der Bauern zur Verfügung gestellt.

Seit dem Preistief im Sommer hat sich die Lage am Milchmarkt etwas entspannt. Der konventionelle Erzeugermilchpreis (natürlicher Fettgehalt) stieg im Dezember auf 31,4 Cent netto pro Kilo nach 30,5 Cent im November. Im Juni, Juli und August erhielten die Bauern aber nur etwas über 26 Cent. Kostendeckend arbeiten die Bauern laut Expertenmeinung aber erst bei einem konventionellen Milchpreis von 35 bis 36 Cent. Deutlich besser geht es den österreichischen Biobauern: Die Molkereien zahlten für Biomilch im Dezember rund 44,2 Cent/kg, geht aus AMA-Marktdaten hervor. Für Biomilch mit Heumilchzuschlag wurde 49,9 Cent ausgezahlt.

Das EU-Hilfspaket für den Milchmarkt hat die Preissituation im Herbst 2016 leicht beruhigt: Um den Milchmarkt zu entlasten, zahlt die EU 14 Cent je Kilo nicht angelieferter Milch. Von Oktober bis Dezember 2016 haben die Milchbauern aufgrund der Abschlagszahlungen in Österreich rund 26.500 Tonnen weniger Milch geliefert als im Vorjahreszeitraum. Von Jänner bis März 2017 werden die heimischen Bauern an die 40.000 Tonnen weniger Milch zu den Molkereien liefern.

Quelle: APA

Aufgerufen am 12.11.2018 um 11:38 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/milchgipfel-am-donnerstag-in-salzburg-kritik-von-gruenen-328981

Schlagzeilen