Politik

Mitarbeiterbefragung: Verhältnis zwischen Politik und Beamten ist zerrüttet

Der Magistrat Salzburg hat seine Mitarbeiter befragt, was sie gut und was sie schlecht am Dienstgeber finden. Die Metoo-Debatte ist kein Thema. Die schlechtesten Noten gibt es für die Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung. Und das ist hauptsächlich einer Causa geschuldet.

Magistratsdirektor Martin Floss: Chef von 3000 Bediensteten der Stadt Salzburg.  SN/robert ratzer
Magistratsdirektor Martin Floss: Chef von 3000 Bediensteten der Stadt Salzburg.

Erstmals nach 2011 hat die Stadt Salzburg ihre 3270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder über das Betriebsklima und die Arbeitsbedingungen im Magistrat befragt. 37 Prozent der Mitarbeiter haben den Fragebogen ausgefüllt und an das Institut für Grundlagenforschung retourniert. Vergeben konnte man Schulnoten von 1 bis 5.

Die Ergebnisse für einen der größten Dienstgeber des Landes liegen jetzt vor. SPÖ-Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer spricht von einer hohen Arbeitszufriedenheit. "Der Magistrat ist ein guter und beliebter Dienstgeber. Das Arbeitsklima ist sehr gut. Es gibt nur ein einziges Problem. Und das ist die Schnittstelle zwischen Verwaltung und Politik. Da ist die Politik teils nicht sehr nett mit ihren Mitarbeitern umgegangen und den letzten Jahren geschuldet."

Metoo im Magistrat kein Thema

Die Stadtverwaltung als Dienstgeberin erhält einen glatten Zweier. Die gegenwärtige Berufssituation bewerten die Mitarbeiter mit 2,2 im Schnitt. Gute Noten gibt es auf die Frage, ob die Arbeit sinnvoll und wichtig (1,4), verantwortungsvoll (1,5) oder interessant ist (1,7). Auf bei der Frage nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf schneidet die Stadt gut ab (Note 2,1). Die Debatte rund um sexuelle Belästigung - Stichtwort MeToo - ist ebenfalls eindeutig und wird mit der Note 1,2 bewertet. "De facto gibt es bei uns keine Metoo-Debatte. Das ist sehr erfreulich", sagt Magistratsdirektor Martin Floss. Das Betriebsklima sei mit 2,3 im Schnitt bewertet worden, die Zufriedenheit mit den Chefs habe sich verbessert (1,8). Einen großen Sprung habe es auch bei der Frage der Chancengleichheit gegeben (von 2,5 auf 1,7).

Schlechte Noten für das Verhältnis mit der Politik

Und dennoch gibt es auch schlechte Noten in der Mitarbeiterbefragung. Die Zusammenarbeit von Politik und Verwaltung bzw. das Verhältnis zwischen beiden wird mit einem Befriedigend, konkret mit 3,2, bewertet. Dass die politische Führung hinter der Verwaltung stehe, ist laut Mitarbeitern auch nicht der Fall. Nur Note 3,3 ergibt das Bild im Schnitt. "Die schlechtesten Werte stammen hier aus der Magistratsdirektion, aus der Finanzabteilung und aus den Seniorenheimen. Die fühlen sich im Stich gelassen", sagt Floss (der selbst nicht an der Mitarbeiterbefragung teilgenommen hat) und spricht damit hauptsächlich die Vorgänge rund um die Swap-Causa an. Bei den Seniorenheimen seien aufgrund der Pflegedebatte einzelne Fragebögen mit lauter Nicht Genügend retourniert worden. Wobei dazu gesagt werden muss: Schon 2011 hat die Stadt Salzburg abgefragt, wie das Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung von den Befragten bewertet wird. Damals war die Schulnote mit 3,3 sogar noch schlechter als heute.

Um das Stimmungsbild zwischen Politik und Verwaltung wieder zu verbessern, will Floss nach der Gemeinderatswahl im März 2019 den Verantwortlichen im Schloss Mirabell die "Verwaltungsstrategie 2024" präsentieren. "Es steht der Verwaltung gut zu Gesicht, selbstbewusst aufzutreten. Es ist an der Zeit, dass wir mit der Politik noch besser ins Gespräch kommen. Den Weg sind wir bis 2015 schon sehr gut gegangen, und den müssen wir verstärkt weiterführen."

Aufgerufen am 27.11.2020 um 07:26 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/mitarbeiterbefragung-verhaeltnis-zwischen-politik-und-beamten-ist-zerruettet-62299585

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