Politik

Mönchsberggarage: Dritter Geologe ist am Zug

Neue Aufregung um den den Ausbau der Mönchsberggarage: Eine Bürgerinitative heizt eine Debatte um das Risiko für historische Stollen an.

Mönchsberggarage: Dritter Geologe ist am Zug SN/neumayr
Elke Stohlhofer, Roswitha Müller und Roland Huber haben den Geologen Georg Spaun (2. v. re.) beauftragt.

Die Parkgaragengesellschaft will die Mönchsberggarage im Berg erweitern. Der dazu benötigte Baustollen soll beim Krauthügel im Nonntal aus dem Berg führen. Weil ein Anrainer in der Brunnhausgasse die Zustimmung zu Grabungsarbeiten unter seinem Besitz verweigert hat, muss die Parkgaragengesellschaft ausweichen und einen großen Bogen machen. Das wiederum führt dazu, dass der Baustollen zwischen dem historischen, denkmalgeschützten Almkanal und dem Quellstollen von St. Peter sowie der Lodron'schen, alten Stadtmauer gegraben werden soll.

Seit 2013 ist die Firma Geoconsult mit geologischen Untersuchungen von der Parkgaragengesellschaft beauftragt. Nun ist eine Bürgerinitiative, die seit zwei Jahren gegen die Erweiterung kämpft, selbst aktiv geworden. Die Bürger haben den pensionierten Geologen Georg Spaun mit einem Gutachten beauftragt. Drei Wochen hat Spaun gebraucht, jetzt liegt die Expertise vor. Fazit: "Ich halte es für gefährlich. Den Bautunnel kann man schon bauen, aber die 880 Jahre alten Stollen lassen sich nicht zu 100 Prozent absichern." Er sei sich sicher, dass es beim Bau zu Erschütterungen kommen werde. Zu brüchig sei das Gestein des Mönchsbergs.

Die Firma Geoconsult hat ebenfalls ein Gutachten erstellt, datiert mit Februar. Auch dort ist das Risiko für Almkanal und Quellstollen beschrieben. Giorgio Höfer-Öllinger sagt: "Das Gutachten von Spaun bringt nichts Neues zutage. Im Großen und Ganzen sind die geologischen Schlussfolgerungen von ihm und uns dieselben. Auch das Risikobewusstsein ist ähnlich. Die Einschätzung ist dann aber eine andere. Ich bin überzeugt, dass wir das in den Griff bekommen. Es ist in unserem eigenen Interesse, dass da nichts passiert." Daher würden alle geplanten Maßnahmen, die dazu dienen sollen, die Gefährdung beim Baustollen einzuschränken, noch einmal dargestellt. Was die Lodron'sche Mauer betreffe, gebe es von der Firma Intergeo ein eigenes Gutachten zu den Auswirkungen.

Fest steht, dass nun ein dritter Geologe zu Rate gezogen wird. Landesgeologe Rainer Braunstingl wird das Spaun-Gutachten studieren und seine Stellungnahme abgeben. Bei der Almabkehr im September werde der Almkanal mit dem Bundesdenkmalamt noch einmal begangen, sagt Braunstingl.

Die Bürgerinitiative hofft jetzt, dass das Bundesdenkmalamt einschreitet. "Über diese Dinge kann man nicht hinwegsehen", sagt Anrainer Roland Huber.

Quelle: SN

Aufgerufen am 21.09.2018 um 07:38 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/moenchsberggarage-dritter-geologe-ist-am-zug-1130386

Schlagzeilen