Politik

Nach Schießerei im Lechner-Park: Bewohner fordern mehr Polizei und Kontrollen

Die Stadt-SPÖ lud Mittwochabend zur Diskussion in den Dr. Hans Lechner-Park. Die Schallmooser schlagen dabei eine ganze Reihe an Maßnahmen vor, um "komische Gestalten" wieder aus ihrem Umfeld zu vertreiben. Dazu gehört auch das Problem mit dem Straßenstrich.

Diskussion am Mittwochabend im Lechner-Park (hier mit Tarik Mete und Vizebürgermeister Bernhard Auinger) – „die Rückeroberung von Schallmoos“. SN/heidi huber
Diskussion am Mittwochabend im Lechner-Park (hier mit Tarik Mete und Vizebürgermeister Bernhard Auinger) – „die Rückeroberung von Schallmoos“.

60 Anrainer waren am Mittwochabend in den Dr. Hans Lechner-Park gekommen. Die Stadt-SPÖ hatte zur Diskussion über die Lage im Park eingeladen. Das Motto "Schallmoos zurückerobern" sei bewusst provokant gewählt worden. Der Grund: In der Vorwoche war es hier zu einer Schießerei gekommen, ein Serbe mit drei Kugeln getroffen - die Polizei fasste den mutmaßlichen Täter wenige Tage später.

Bei der Tat standen Streitigkeiten im Drogenmilieu im Fokus. Wenige Wochen zuvor hatte es eine ander, blutige Auseinandersetzung mit Messern an derselben Stelle gegeben. Die Unsicherheit unter den Schallmoosern war daher am Mittwochabend deutlich zu hören.

Tarik Mete - Kandidat der SPÖ für die Gemeinderatswahl - und SPÖ-Gemeinderätin Hannelore Schmidt wollten daher über Probleme und Lösungen mit Anrainern diskutieren. Für Mete ist es selbst ein emotionales Thema.

Der Politiker ist hier aufgewachsen und ist immer noch ein direkter Anrainer in der Bayerhamerstraße. Sein bald vierjähriger Sohn spiele täglich im Park. Mete: "Ich habe hier am helllichten Tag beobachtet, wie Drogendeals laufen. Zumindest war es wohl nichts Legales, wenn jemand einen Rucksack abstellt und eine andere Person holt ihn dann und zahlt dafür Geld."

Die gegensätzlichen Gruppen zeigten sich auch am Mittwochabend. Während Kinder Fußball spielten, öffnete ein Duo auf einer Bank im Park eine Bierflasche, wieder andere absolvierten akribisch ihre Yogaübungen.

Die Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern unmittelbar daneben verlief sachlich und rege. Dass das Thema unter den Nägeln brennt, zeigten die vielen Wortmeldungen. Am Ende gab es eine ganze Liste an Maßnahmen, die nun an die Stadtregierung herangetragen werden sollten. Dazu zählt vor allem eines -mehr Polizeipräsenz.

Mehrere Anrainer beklagten, dass es 45 Minuten oder länger dauere, bis die Polizeistreife eintreffe, wenn man Verdächtiges per Telefon melde. Auch Beamte in Zivil würden sich die Bewohner wünschen. Jedenfalls sollten die Gesetze strenger kontrolliert werden.

"Man hat einfach das Gefühl, dass hier komische Gestalten unterwegs sind in der Nacht", schildert eine Frau. Der Park ist aber auch umringt vom illegalen Straßenstrich, und auch das ist ein Problem für die Schallmooser. Bewohnerinnen beklagen, dass sie von Freiern angesprochen werden.

"Ich werde oft belästigt. Hotspot für die illegale Prostitution ist das ÖVP-Haus da hinten. Da verstecken sie sich oft", sagt eine Hundebesitzerin. Sie wünscht sich ein konsequentes Nachtfahrverbot von 22 bis 6 Uhr, nicht nur für jenen Teil in der Breitenfelderstraße, sondern bis zur Sterneckstraße.

Auinger: "In der Stadt fehlen 50 Polizisten"

Höhere Strafen für Prostituierte und Freier - auch dieser Vorschlag kam von den Bürgern. Weiters: Mehr Mistkübel für den Park, aufsuchende Sozialarbeit, Überwachungskameras, mehr Beleuchtung, Radarkästen für die Bayerhamer- und die Vogelweiderstraße, und eine generelle Belebung des Parks.

Die gesammelten Vorschläge wollen Mete und Schmidt nun zu Papier bringen und an die Stadtregierung herantragen. Für mehr Polizeipräsenz plädiert auch SPÖ-Vizebürgermeister Bernhard Auinger. Was sich im Lechner-Park jetzt abspiele, sei einfach deswegen entstanden, weil sich das Problem vom Lehener Park verlagert habe. Dort kontrolliere die Polizei mittlerweile massiv.

"Aber in der Stadt gehen nach wie vor 50 Polizisten ab. Diese Planstellen sind nicht besetzt. Das Thema im Lechner-Park ist keines für billige Parteipolitik. Es gibt zweifellos ein Problem hier, das müssen wir lösen", sagt Auinger.


Mehr zum Thema

Aufgerufen am 10.12.2018 um 10:25 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/nach-schiesserei-im-lechner-park-bewohner-fordern-mehr-polizei-und-kontrollen-39115972

Der Faszination betagter Bücher erlegen

Der Faszination betagter Bücher erlegen

Vom alten Kräuterbuch bis zur Erstausgabe, die schon längst vergriffen ist: Schätze wie diese finden sich im Antiquariat Weinek in der Steingasse. Es ist vor allem die Haptik eines alten Buches, die …

Tourismus: Dosis macht das Gift

Tourismus: Dosis macht das Gift

Karl Forstner warnt vor einem Disneyland Salzburg und zeigt Verständnis für Weihnachtsfeiern ohne echte Kerzen. Ihm läuft im Advent die Zeit davon. Redaktion: Wie stimmen Sie sich auf Weihnachten ein?
Karl …

Kommentare

Schlagzeilen