Politik

Neue Allianz für Erhalt des Hofwirts

In Seekirchen wird am 25. September über Erhalt oder Abriss des Hofwirts abgestimmt. ÖVP, SPÖ, FPÖ und FWS setzen sich nun gemeinsam für den Erhalt ein - wenn auch mit unterschiedlichen Akzenten.

Die grünnahe Liste Lebenswertes Seekirchen(LeSe) hat ein Bürgerbegehren erzwungen, mit dem sie den Abriss des Hofwirts in Seekirchen fordert. Im Vorfeld der Abstimmung darüber am 25. September haben sich alle anderen Parteien zu einer Allianz für den Erhalt des traditionsreichen Gasthauses, dessen älteste Teile aus dem Jahr 1437 stammen zusammengeschlossen - konkret also ÖVP, SPÖ, FPÖ und Freie Wähler Seekirchen (FWS). Das ist insofern bemerkenswert, als gerade in den vergangen beiden Perioden die ÖVP und die vom damaligen Vizebürgermeister Helmut Naderer angeführte FWS immer wieder Sträuße ausfochten.

Bgm. Monika Schwaiger (ÖVP) betonte nun, dass aber die Gemeinsamkeiten überwiegen würden: "Es wäre ein Frevel, dieses alte Haus abzureißen. Wenn der Hofwirt stehen bleibt, haben wir alle gewonnen." Denn andernfalls würde Seekirchen zu einem Ort mit einem 08/15-Zentrum. Stattdessen stellt sie ihr Alternativ-Konzept vor: Geplant ist die Renovierung des Hauses um maximal zwei Millionen Euro sowie die Einrichtung einer Genussgreißlerei vor. In dieser sollen lokale Produzenten ihre Lebensmittel anbieten, die auch der Wirt verkochen soll. Weiters wurde das architektonische Grobkonzept präsentiert, dass das Atelier Mobile für die Gemeinde ausgearbeitet hat. Der Saal im ersten Stock soll für Veranstaltungen der Vereine genutzt werden.

FWS will über die Nutzung nochmals diskutieren

Auch die FWS sei immer für den Erhalt des Hofwirt-Gebäudes eingetreten, betont ihr Stadtrat Dietrich Marius: "Denn der Hofwirt ist als ältestes Gebäude im Markt ortsbildprägend und wichtig für das Flair." Marius schränkt aber ein, dass man über die Art der Nutzung nochmals nachdenken sollte: "Ob es der Weisheit letzter Schluss ist, dass wir da wieder einen Wirt haben wollen, ist für uns noch nicht klar." Marius wäre stattdessen "eine Markthalle mit heimischen Produkten lieber - die würde mehr für die Belebung des Ortes bringen."

SPÖ pocht auf Einhaltung der finanziellen Obergrenze

Auch SPÖ-Gemeindevertreter Franz Danko betonte, dass der Hofwirt erhaltenswert sei: "Es ist paradox, dass die LeSe das Haus weghaben will, weil es eine Engstelle in der Begegnungszone ist - und man danach dort schneller durchfahren kann." Aber auch Danko hat eine Bedingung für seine Zustimmung zur gemeinsamen Allianz: "Die Obergrenze von zwei Millionen Euro für den Umbau ist uns wichtig. Da werden wir als Oppositionspartei ein Auge drauf werfen."

Für die FPÖ plädierte Gemeindevertreter Hermann Kirchmeier für den Erhalt des Wirtshauses, "damit auch Zugezogene etwas über die Geschichte des Ortes mitbekommen." Ihm ist, ebenso wie der SPÖ wichtig, dass es im umgebauten Haus künftig "auch chillige Bereiche für Jugendliche gibt."

Vizebürgermeister spricht von "David gegen Goliath"

Vizebgm. Walter Gigerl (LeSe) sagt, ihn erinnere die Allianz angesichts der Mandatsverhältnisse an David und Goliath: "Aber jeder weiß, wie diese Geschichte in der Bibel ausgegangen ist. "

Wenn das Votum für den Abriss des Gebäudes ausgehen sollte, muss sich die Gemeindevertretung mit dem Ergebnis erneut beschäftigen. Ob sich die vier Parteien für diesen Fall an den Bürgerwillen halten, wollte Schwaiger noch nicht garantieren: "Wenn sehr wenige für den Abriss stimmen, ist das sicher nicht so repräsentativ, als wenn sehr viele so abstimmen."

Quelle: SN

Aufgerufen am 19.09.2018 um 05:42 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/neue-allianz-fuer-erhalt-des-hofwirts-1091734

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