Politik

Neuer Bahnhofsvorplatz: Ohne Bänke, aber mit Schranken

In zwei Wochen startet die Umgestaltung des Südtiroler Platzes. Für Taxis gelten neue Regeln. Die SPÖ hält an einem Alkoholkonsumverbot fest.

Der Bahnhofsvorplatz wird neu gestaltet. Die Bänke kommen weg, es bleiben nur zwei Sitzwürfel.  SN/andreas kolarik
Der Bahnhofsvorplatz wird neu gestaltet. Die Bänke kommen weg, es bleiben nur zwei Sitzwürfel.

Am 27. März starten die Stadt Salzburg und die ÖBB mit dem Umbau des Vorplatzes beim Salzburger Hauptbahnhof. Bis Ende Mai soll daraus ein ansehnlicher Platz werden. Kostenpunkt: rund 650.000 Euro.

Die Sitzbänke werden völlig verschwinden. Geplant sind nur noch Sitzwürfel. Und von den ursprünglich 27 geplanten sei jetzt nur noch von zwei Würfeln die Rede, kritisiert Gemeinderätin Ingeborg Haller von der Bürgerliste.

Eine Anfrage an Baustadt rätin Barbara Unterkofler (Neos) hat das bestätigt. Entschieden wurde die Anzahl der Sitzgelegenheiten für den Bahnhof im Stadtrats-Kollegium - also im Gremium der Stadtregierung.

Dabei gebe es einen aufrechten Gemeinderatsbeschluss zu Sitzgelegenheiten am Bahnhof, sagt Haller. "Das ist nicht nur gestalterisch ein Problem. Ich sehe nicht ein, dass sich das Kollegium hier mehrheitlich über einen Gemeinderatsbeschluss hinwegsetzt und still und heimlich das vollzieht, was im Sommer bereits gemacht worden ist, nämlich die Entfernung der Sitzbänke." Damit, meint die Grüne, werde man soziale Probleme am Bahnhof auch nicht lösen.

Baustadträtin Unterkofler bestätigt, dass nur noch zwei Sitzwürfel aufgestellt werden. "Bevor ich 27 Sitzwürfel um 20.000 Euro bestelle, wollte ich wissen, ob sie nicht ohnehin wieder von Vizebgm. Harald Preuner abmontiert werden. Denn fürs Lager brauch' ich sie wirklich nicht bestellen. Das ist schade ums Steuergeld. Daher habe ich vorher im Kollegium nachgefragt." Sie sei auch nicht glücklich mit dieser Situation, meint Unterkofler.

ÖVP-Vizebgm. Harald Preuner sagt, eine größere Anzahl an Sitzgelegenheiten sei nicht nötig. Es habe sich bewährt, dass die Bänke beim Taxistellplatz abmontiert worden seien. "Wer ein Taxi will, steigt ohnehin sofort ein."

Sitzgelegenheiten seien lediglich für Personen sinnvoll, die auf den Bus warteten. Und dafür würden zwei bis drei Sitzwürfel ausreichen. "Wenn wir konzentriert Sitzgelegenheiten bieten, siedeln sich wieder problematische Gruppierungen an."

Gemeint hat Preuner damit vor allem Obdachlose. Für diese Personen wünsche er sich soziale Maßnahmen. "Mit Ordnungspolitik verdrängen wir diese Gruppe nur. Hier sollen sich SPÖ und Bürgerliste etwas überlegen."

Etwas überlegt hätte sich die SPÖ schon. Fraglich ist nur, ob der Bürgerliste das gefällt. SPÖ-Klubchef Bernhard Auinger hält an einem Alkoholkonsumverbot für den Bahnhofsvorplatz fest. Dazu soll es eine soziale Betreuung und eine "Bespielung" des Platzes in Form von kulturellen und sportlichen Veranstaltungen geben.

Der Amtsbericht soll vor der Sommerpause dem Gemeinderat vorgelegt werden. Auinger: "Erfahrungen mit einem Alkoholkonsumverbot in München und Nürnberg zeigen, dass selbst die Gegner einer solchen Maßnahme überrascht sind, wie gut es funktioniert."

Fix ist, wie die Taxis künftig am Bahnhofsvorplatz geordnet werden. Dazu gab es in der Vorwoche ein Treffen zwischen Planungsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) und der Taxiinnung.

Es kommt ein Schranken, der die Zu- und Abfahrt der Taxis zum Bahnhof regelt. Für die Taxis sollen künftig nur mehr zwei Spuren zur Verfügung stehen. Eine dritte Spur dient für kurze Zu- und Abfahrten ("Kiss and Ride"). Auch eine Durchfahrtsspur für Lieferanten wird es geben.

Für zusätzliche Taxis soll es in der Fanny-von-Lehnert-Straße eine Wartezone geben. Wird beim Bahnhof ein Platz frei, soll es dort ein Signal geben. Ob man dafür eine Ampel verwende, sei noch nicht klar, sagt Erwin Leitner, Taxi-Fachgruppenobmann der Wirtschaftskammer. Der Schranken sei notwendig geworden, weil sich viele Taxifahrer nicht an die Stellordnung am Bahnhof hielten.

Ab Juli könnte der Schranken in Betrieb sein. Die ÖBB wird die Firma Contipark mit der Bewirtschaftung beauftragen. Für die Einfahrt soll - anders als beim Flughafen - keine Gebühr erhoben werden.

Quelle: SN

Aufgerufen am 24.09.2018 um 02:07 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/neuer-bahnhofsvorplatz-ohne-baenke-aber-mit-schranken-759226

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