Politik

Neuer Gedenkstein für Salzburgerinnen im NS-Widerstand

Das erste Mahnmal für Opfer des Nazi-Regimes soll erweitert werden. Der Wettbewerb für die künstlerische Gestaltung läuft. Die Stadt stellt dafür 70.000 Euro zur Verfügung.

Der Gedenkstein für Rosa Hofmann wurde 1947 enthüllt. 2015 übersiedelte das Mahnmal in den öffentlichen Bereich des Stölzlparks.  SN/info-z
Der Gedenkstein für Rosa Hofmann wurde 1947 enthüllt. 2015 übersiedelte das Mahnmal in den öffentlichen Bereich des Stölzlparks.

Der Gedenkstein für Rosa Hofmann war das erste Mahnmal, das in der Stadt Salzburg für ein Opfer des Nazi-Regimes errichtet wurde. Rosa Hofmann war am 9. März 1943 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee hingerichtet worden war - im Alter von 23 Jahren. Im Mai 1947 enthüllte der damalige SPÖ-Landesparteiobmann und LH-Stellvertreter Franz Peyerl den Gedenkstein im Stölzlpark im Stadtteil Maxglan, wo Rosa Hofmann aufgewachsen ist. Auf Initiative des KZ-Verbandes wurde der Erinnerungsstein im Jahr 2015 in den öffentlichen Bereich des Parks umgesiedelt.

Wettbewerb zur Erweiterung des Gedenksteins gestartet

Im Gedenkjahr 2018 hat die Stadt Salzburg einen Wettbewerb zur künstlerischen Erweiterung des Gedenksteins zu einem "Memorial für Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus" ausgeschrieben. Vizebürgermeister Bernhard Auinger betont: "Frauen haben im Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur eine maßgebliche Rolle gespielt. Als Trägerinnen des Widerstands fanden sie in der zeithistorischen Forschung jedoch erst relativ spät Berücksichtigung. Daher freut es mich ganz besonders, dass diese Thematik in der jüngsten Forschung verstärkt vor den Vorhang geholt und auch öffentlich deutlich sichtbar gemacht wird."

Gedenken an 18 Salzburgerinnen im Widerstand gegen das NS-Regime

Außer Rosa Hofmann wurden nach derzeitigem Wissensstand 17 weitere widerständige Salzburgerinnen von den Nationalsozialisten ermordet, weil sie als Sozialistinnen, Kommunistinnen oder aufgrund persönlicher Überzeugungen Widerstand gegen bzw. Kritik am Hitler-Regime geleistet hatten.

Ein gemeinsamer Antrag im Gemeinderat für die Umsetzung

Die Initiative zur Neugestaltung des Rosa Hofmann Gedenksteins geht vom Landesverband Salzburg österreichischer Antifaschistinnen, Widerstandskämpferinnen und Opfer des Faschismus (KZ-Verband/VdA Salzburg) aus. Die Gemeinderatsklubs von SPÖ, ÖVP, Bürgerliste, Neos und SALZ haben im Herbst 2017 einen gemeinsamen Antrag für die Umsetzung gestellt.

Für die Realisierung des Projektes stehen 70.000 Euro zur Verfügung

Aufgabenstellung des Wettbewerbs an die geladenen fünf Künstlerinnen und Künstler: Der bestehende Gedenkstein muss - als erster seiner Art - in den Einreichungen berücksichtigt werden. Darüber hinaus soll eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Thematik von Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus stattfinden. Künstlerisch wird ein zeitgenössisches Statement erwartet, das einen neuen Ort der Erinnerungskultur in der Stadt Salzburg schafft.
Für die Realisierung des Siegerprojekts stehen 70.000 Euro zur Verfügung.

Aufgerufen am 09.12.2021 um 03:14 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/neuer-gedenkstein-fuer-salzburgerinnen-im-ns-widerstand-36588082

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