Politik

Pferdeäpfel ärgern Anrainer in der Salzburger Altstadt

Die Diskussion über die Fiaker "weht" nun durch die Sigmund Haffner Gasse .

Glasschleifer Fritz Kreis und Unternehmer Christian Kaesbach.  SN/robert ratzer
Glasschleifer Fritz Kreis und Unternehmer Christian Kaesbach.

Auf Echo stößt die von Baustadtrat Lukas Rößlhuber (Neos) eröffnete Diskussion über die Fiaker in der Salzburger Altstadt bei Geschäftsleuten, Anrainern und Gastronomen in der Sigmund Haffner Gasse. Die Kutschen fahren nahe an den Geschäften und Schanigärten vorbei.

Wie sehr das Pflaster durch die Pferdehufe leidet, ist in der Gasse deutlich zu sehen. Rößlhuber lässt nun auf den Routen der Fiaker die Schäden am Belag erheben und beziffern.

Für Unmut sorgen in der Gasse die Exkremente der Tiere. Es sei ein Ärgernis, dass die Pferde den speisenden Gästen im Sommer sprichwörtlich vor die Füße pfefferten, sagt eine Servierkraft. "Gäste sind auch schon aufgestanden und gegangen, die Pferde sollten wie in Wien Pooh-Bags (eine Art Windel, Anm.) tragen."

Das sei keine Lösung, sagt der Obmann der Fiaker, Franz Winter. Zum einen falle trotzdem viel Mist daneben. Außerdem würden die Windeln die Tiere im Sommer aufscheuern. "Und wir müssten dafür alle Kutschen umbauen."

Die Pferdeäpfel sorgen auch bei den Kunden im Café Mediterraneo immer wieder für Diskussionen. "Manche Leute lachen, wenn die Pferde vor dem Lokal ihr Geschäft verrichten, andere beschweren sich aber, vor allem wenn sie gerade essen", sagt Kellner Admir Suljic. Der von den Fiakern beauftragte Wegemacher, der die Pferdeäpfel einsammle sei zwar rasch zur Stelle, der Gestank bleibe dennoch.

"Wenn ich Glück habe, landen die Pferdeäpfel direkt vor meiner Tür", ätzt Fritz Kreis, der in der Gasse eine Glasschleiferei betreibt. Auf vielen Fotos hat er die Hinterlassenschaften der Pferde dokumentiert. Als Beweismaterial. "Es geht hier vor allem um eine Frage der Hygiene." In den Ritzen zwischen den Pflastersteinen setzten sich beim Beseitigen der Exkremente Kotreste ab, die man wohl oder übel ins Geschäft und dann nach Hause trage. "An heißen Tagen sind wir von Dauergestank umnebelt."

Vor allem der Urin stinke erbärmlich, sagt Christian Kaesbach, der mit seiner Frau, der Modedesignerin Katharina Kaesbach, eine Kleidermanufaktur führt. Vor dem Geschäft sei die Gasse besonders eng. "Zwischen den Steinen bilden sich Urinpfützen."

Der Belag werde ruiniert und verdreckt, kritisiert eine Hausbesitzerin. Sie bezweifelt, dass die geschilderten Zustände den behördlichen Gesundheitsvorschriften entsprechen.

Sie hätten sich mehrfach bei Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) beschwert, sagen die Geschäftsleute. "Bei mir war seit zehn Jahren niemand mehr", entgegnet der Stadtchef. "Jede Stadt hat ihre Düfte." Bei aller Kritik fordert niemand in der Gasse eine Verbannung der Fiaker. Die Route müsse jedoch abseits der Gasse verlaufen. Und die Kutscher müssten für die Schäden am Pflaster aufkommen.

Aufgerufen am 15.11.2018 um 01:18 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/pferdeaepfel-aergern-anrainer-in-der-salzburger-altstadt-60616672

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