Politik

Politik arbeitet an "Zuckerln" fürs Umsteigen

Mit der "Radverkehrsstrategie 2025+" setzt sich die Stadt zum Ziel, die Zahl der Radler im Jahr 2025 auf 25 Prozent zu steigern. Das würde täglich 20.000 Autofahrten weniger bedeuten.

Beim Radverkehr sieht die Politik noch Luft nach oben. Bis 2025 will sie den Radverkehrsanteil von 20 auf 25 Prozent steigern.  SW/VIPS
Beim Radverkehr sieht die Politik noch Luft nach oben. Bis 2025 will sie den Radverkehrsanteil von 20 auf 25 Prozent steigern. 

Zwei Planstellen mehr, eine Verdopplung des Radbudgets auf jährlich zwei Millionen Euro, erstmals eine ressortübergreifende Zusammenarbeit. Einstimmig beschloss der Gemeinderat Mitte Februar die Radverkehrsstrategie 2025+. Sie umfasst fünf Schwerpunkte:

UNFÄLLE MINIMIEREN
Die aktuelle Unfallstatistik weist einen starken Anstieg (+26 %) der Unfallzahlen mit Radfahrerbeteiligung von 354 Unfällen 2015 auf 448 Unfällen 2016 in der Stadt auf. Radkoordinator Peter Weiß führt eine Liste über die Unfallhäufungspunkte, die laufend abgearbeitet werden soll. In den meisten Fällen handelt es sich um Kreuzungs- und Kreisverkehrsoptimierungen, Priorität haben die Querung über die Lehener Brücke bei Hochwasser und die Verbreiterung der Unterführung Nonntaler Brücke.

RADWEGANSCHLÜSSE
Baureife Umsetzungsprojekte für Straßenneubauten 2018 sind

- Hagenau (vom Plainbergweg bis zur Itzlinger Hauptstraße, Lückenschluss nach Bergheim)

- Almkanal (Lückenschluss von der Karl-Höller-Straße kommend bis zur Santnergasse)

- Kleßheimer Allee (Radweg-Neubau von der Guggenmoosstraße zur Körblleitengasse, Lückenschluss im Hauptradwegenetz). Sanierungen finden an der Alpenstraße, dem Josef-Mayburger-Kai, der Rosittengasse 43 und der Unterführung Lehener Brücke (beide Kai-Seiten) statt. "Wir werden das Radwegenetz nicht nur weiter ausbauen, sondern die bestehenden 180 Kilometer auch komfortabler gestalten", sagt Baustadträtin Barbara Unterkofler (Neos).

RADABSTELL-OFFENSIVE
560 weitere Radständer am Bahnhof, weil die Bike&Ride- Stationen voll ausgelastet sind. 37 Personen warten laut Radkoordinator Peter Weiß zurzeit auf Radboxen, am meisten in Itzling. Er bringt den steigenden Bedarf mit dem Pedelec-Boom in Zusammenhang.

Ende März werden außerdem 20 neue, überdachte Radabstelleinheiten geliefert, die bei Bus- und Bahnstationen aufgestellt werden, z. B. Bahnhofsvorplatz, Bike&Ride Schallmoos, Lieferinger Spitz, Rainerstraße, Kongresshaus ... Das derzeit leer stehende Radservice Bahnhof wird aller Voraussicht nach die Caritas (mit Velorep) übernehmen.

BIKE & RIDE FÖRDERN
Der Amtsbericht sieht ein Bike-Sharing-Modell mit der Salzburg AG vor. An 40 Stationen sorgen bis zu 500 Leihräder für einen Lückenschluss der Wegekette im öffentlichen Verkehr. Die Räder können zu einem günstigen Preis von jeder Station entnommen und bei jeder anderen wieder abgegeben werden. Aber: Das Projekt stockt. Zum einen wartet die Stadt noch auf eine Förderzusage vom Bund, zum anderen haben private Anbieter Interesse bekundet. Es wird evaluiert.

RADKULTUR
Am 20. und 21. April findet zwei Tage lang der Radfrühling statt - mit einem zweitägigen Fest in der Altstadt inklusive AK-Radbörse, Show- und Unterhaltungsprogramm. Außerdem geht im September mit dem "Radgipfel 2018" ein internationaler Kongress über die Bühne. Eckdaten zum Radfahren in Salzburg: 350 Kilometer fährt der Salzburger im Schnitt pro Jahr im Alltag mit dem Fahrrad. Das entspricht der Distanz von Salzburg nach Eisenstadt. Nur die Vorarlberger treten noch häufiger in die Pedale. Sie bringen es auf 505 Kilometer (Quelle: Verkehrsclub Österreich).


Rund 100.000 Wege werden aktuell pro Tag in der Stadt Salzburg mit dem Fahrrad zurückgelegt. Das entspricht einem Anteil von 20 Prozent am Modal-Split (dem gesamten Verkehrsaufkommen). Für
45 Prozent der Strecken wird das Auto benutzt. 15 Prozent der Wege werden mit Öffis zurückgelegt und 20 Prozent zu Fuß. Angesichts optimaler Voraussetzungen fürs Radfahren (kurze Distanzen, kaum Steigungen, Entfernung vom Zentrum an die Stadtgrenze nur fünf Kilometer) wären laut Experten Radfahranteile von 30 bis 40 Prozent gut möglich.

Man spart Geld. Gerade auf Kurzstrecken ist der Spritverbrauch pro Kilometer sehr hoch. Durchs Radfahren im Alltag ersparen sich die Salzburger im Schnitt rund 30 Liter Sprit pro Jahr.

Eine halbe Stunde Bewegung täglich empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Vorbeugung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Aufgerufen am 18.09.2018 um 09:30 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/politik-arbeitet-an-zuckerln-fuers-umsteigen-25098748

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