Politik

Private Pflegekräfte kämpfen für mehr Lohn

Das Land akzeptiert den Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft nicht. Private Träger sind unter Druck.

Streiken und demonstrieren in Pflegeberufen ist eine zwiespältige Sache: Wer nicht aufschreit, wird nicht gehört. Andererseits müssen die Patienten weiterhin versorgt werden. Dennoch gingen Montagfrüh rund 250 Pflegekräfte von privaten Trägern auf die Straße.

Zur Demonstration aufgerufen hatte die Plattform "wir fair-dienen mehr" - bestehend u. a. aus den Betriebsräten der Vereine Anderskompetent, Rettet das Kind, Lebenshilfe, Volkshilfe, KOKO, Pro Juventute oder dem Tageselternzentrum. Auch die Arbeiterkammer sowie die Gewerkschaft der Privatangestellten unterstützten die Aktion.

Die Organisatoren der Demo sehen in Salzburg eine "doppelte Ungerechtigkeit": Pflegekräfte in den Landesspitälern (SALK) verdienen pro Monat brutto um rund 300 Euro mehr als private Pflegekräfte. Private verlieren daher Mitarbeiter an die SALK.

Seit Jahren klaffe außerdem ein anderes Finanzierungsloch: Das Land beauftragt private Träger mit Pflegediensten, die eigentlich eine Staatsaufgabe wären, und bezahlt dafür Förderungen. Diese erhöhen sich aber nicht im selben Ausmaß wie die Kollektivverträge der Sozialwirtschaft, an die sich die privaten Träger bei der Entlohnung ihrer Mitarbeiter halten müssen. Die Löhne und Gehälter erhöhen sich heuer um 2,5 Prozent - das Land gewährt den Privaten aber nur ein Plus von einem Prozent.

Finanzreferent LH-Stv. Christian Stöckl (ÖVP) begründet dies damit, dass das Land nicht bei der Ausverhandlung der Kollektivverträge beteiligt sei. Dennoch werde vom Land verlangt, sich an das Ergebnis zu halten.

Stöckl und Soziallandesrat Heinrich Schellhorn (Grüne) verkündeten vor Kurzem, dass das Land den mobilen Pflegediensten pro Jahr eine halbe Million Euro mehr zur Verfügung stellen werde. Um die Diskrepanz zu den Gehältern der Landespfleger auszugleichen, wären laut Gewerkschaft weitere 1,5 Mill. Euro nötig.

Eine Gruppe, die nicht von der Finanzspritze des Landes profitiert, ist jene der Kinder- und Behindertenbetreuer. Allein bei der Lebenshilfe, die sich ebenfalls an den Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft halten muss, beträgt die Lücke pro Jahr mehr als eine Million Euro.

Aufgerufen am 15.12.2018 um 05:25 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/private-pflegekraefte-kaempfen-fuer-mehr-lohn-29067730

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