Politik

Psychiatrie ist überfüllt: Primar schlägt Alarm

Das Schwarzacher Spital fordert mehr Betten. Es fehlt aber nicht nur am Platz, sondern auch an Ärzten. Das Land spielt den Ball zurück.

Psychiatrie ist überfüllt: Primar schlägt Alarm SN/krankenhaus schwarzach
Abteilungsleiter Marc Keglevic

Ein Hilferuf ertönte am Montag aus dem Krankenhaus Schwarzach: Die psychiatrische Abteilung sei ständig überbelegt. "Die Situation ist dramatisch. Wir müssen praktisch durchgehend Notbetten aufstellen." Nicht nur die Patienten würden darunter leiden. "Unsere Mitarbeiter sind extrem überlastet", sagt der Leiter, Primar Marc Keglevic. Sehr oft könne nur eine Notfallbehandlung durchgeführt werden. Viele Patienten könnten mangels Betten nur kurz bleiben und müssten mit hohen Psychopharmaka-Dosen entlassen werden.

Schwarzach ist die einzige Anlaufstelle in den Bezirken Pongau, Pinzgau und Lungau. Die Zahl der Patienten steigt stark. Wurden im Jahr 2005 noch rund 700 stationäre Aufnahmen verzeichnet, stieg diese Zahl auf fast 2300 im Jahr 2015. Eine rasche Aufstockung auf mehr als 80 Betten wäre dringend notwendig, fordert das Spital. Die Psychiatrie im Pongau verfügt über 53 Betten und sechs Tagesklinikplätze. 33 Betten befinden sich in Schwarzach, die restlichen 20 werden in St. Veit "tagesklinisch geführt." Die Auslastung der Station in Schwarzach liege derzeit oft weit über 120 Prozent. Eine weitere Forderung des Primars lautet: "Zusätzlich sollte man eine dislozierte Tagesklinik unseres Hauses in Zell am See schaffen, um eine vorgelagerte Versorgung im Pinzgau zu gewährleisten."

Das Land weist die Kritik zurück: "Der Rechtsträger ist verantwortlich"

Die Geschäftsführerin des Ordensspitals, Rosa Laner (Schwester Katharina), wirft der Politik "eine beschämende Untätigkeit" vor, "zu Lasten von Menschen am Rand der Gesellschaft".

Das will Gesundheitsreferent LH-Stv. Christian Stöckl (ÖVP) nicht auf sich sitzen lassen. Er sei über die Kritik verwundert. "Ich finde es nicht angebracht, den Schwarzen Peter der Politik in die Schuhe zu schieben." Leider sei das Krankenhaus Schwarzach mangels Personal nicht in der Lage, die Betten in St. Veit stationär zu nutzen. Der Rechtsträger sei nun einmal selbst dafür verantwortlich, das Personal sicherzustellen. Die Sanitätsbehörde habe erst in der Vorwoche urgiert, die 20 stationären Betten wieder in Betrieb zu nehmen.

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