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Radverkehr in Salzburg: Großes Projekt muss erst geplant werden

EichbrückeDie Stadt Salzburg stellte ihre Radverkehrsprojekte von 2019 und 2020 vor. In der Innsbrucker Bundesstraße könnte ein neuer Radweg entstehen. Der Radverkehrskoordinator wünscht sich einen "Systemwechsel".

Radverkehrskoordinator Peter Weiß mit Martina Berthold und Barbara Unterkofler. SN/stadt salzburg
Radverkehrskoordinator Peter Weiß mit Martina Berthold und Barbara Unterkofler.

Die gute Nachricht zuerst: Die Stadt Salzburg wird es in diesem Jahr schaffen, das Radbudget von zwei Millionen Euro zu verbauen. Im Vorjahr waren ja 400.000 Euro des Budgets übrig geblieben. Allein 1,15 Millionen Euro des heurigen Budgets verbraucht ein neuer Radweg in der Carl-Zuckmayr-Straße bei Kasern in Richtung Bergheim. Zudem wird der Radweg beim Alterbach verbreitert und der Radweganschluss beim Paracelsusbad neu gestaltet. Diese Maßnahmen stellte Baustadträtin Martina Berthold (Bürgerliste) am Dienstag bei einer Pressekonferenz vor. Gemeinsam mit Vizebürgermeisterin Barbara Unterkofler (ÖVP) präsentierte sie das Radwegeprogramm der beiden Ressorts für die Jahre 2019 und 2020.

Radverkehrsanteil soll auf 24 Prozent steigen

Die Stadt Salzburg hatte sich im Jahr 2017 das Ziel gesetzt, den Anteil der mit dem Rad zurückgelegten Wege von 20 auf 24 Prozent zu steigern. Dazu wurde das Radbudget von einer auf zwei Millionen Euro verdoppelt. Zudem hat der Gemeinderat im Frühjahr beschlossen, ein großes, zusätzliches Projekt außerhalb des Budgets zu beschließen. Welches Projekt man umsetzen wolle, sei noch nicht entschieden, sagt die für Stadtplanung zuständige Vizebürgermeisterin Barbara Unterkofler. Das Planungsressort habe allerdings den Ausbau des Radweges in der Innsbrucker Bundesstraße im Auge. Das sei auch deshalb wichtig, weil die Ost-West-Verbindungen in der Stadt der Nord Süd-Achse hinterherhinken, sagt Unterkofler. "Von Norden nach Süden haben wir den Salzachradweg. An Flüssen tut man sich mit den Radwegen leichter."

Der Ausbau des Radweges in der Innsbrucker Bundesstraße soll den Austausch zwischen der Stadt Salzburg und der Gemeinde Wals-Siezenheim verbessern. "Ich hoffe, das Projekt noch in dieser Funktionsperiode umsetzen zu können."

Moosstraße wird ausgebaut, beim Bahnhof wird noch überlegt

Die bereits in Umsetzung befindlichen Projekte stellte Baustadträtin Martina Berthold vor. Im kommenden Jahr werde mit der Verbreiterung des Radweges in der Moosstraße begonnen. Gesamt 4,5 Millionen Euro will die Stadt in diesen Radweg investieren. Um das Budget nicht zu sprengen, werde im Jahr 2020 erst ein Teil der Verbreiterung umgesetzt, sagt Baustadträtin Martina Berthold. Zudem werde der rechte Glantreppelweg verbreitert - ohne die dortigen Birken zu beschädigen. Auch der Radweg beim Hauptbahnhof in der Rainerstraße soll noch verbessert werden. Wie man das Problem, dass dort ein Mehrzweckstreifen auf einer zu engen Straße markiert wurde, beheben will, sei aber noch nicht klar, sagt Berthold. "Wir führen sehr intensive Gespräche über die Gestaltung." Ebenfalls geplant werde eine Verbreiterung der Unterführung der Nonntaler Brücke.

Radverkehrskoordinator wünscht sich Systemwechsel

Insgesamt sei es sehr schwierig, den Radverkehrsanteil von 20 Prozent weiter zu steigern, sagt Salzburgs Radverkehrskoordinator Peter Weiß. Vor 30 Jahren habe er eine Exkursion in die niederländische Stadt Groningen gemacht. "Dort hat man einen Radverkehrsanteil von 50 Prozent. Das geht aber nur, wenn man viel umfassendere Maßnahmen macht und den gesamten Verkehr miteinbezieht." In Groningen gebe es etwa folgendes Prinzip für den Autoverkehr: Pkw dürfen in die Innenstadt zufahren, aber nicht durchfahren. "Wenn wir den Anteil des Radverkehrs deutlich steigern wollen, bräuchten wir einen Systemwechsel. Der ist derzeit nicht in Sicht", sagt Peter Weiß.

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