Politik

Reaktionen auf das Urteil im ASKÖ-Prozess

Am Freitagabend fielen die Urteile im Untreue-Prozess rund um ASKÖ und ASV. Deren Ex-Präsident bekam zwei Jahre Haft. Zudem gab es noch drei Schuldsprüche. Hier die ersten Reaktionen.

Der Sportprozess endete mit vier Verurteilungen. SN/Robert Ratzer
Der Sportprozess endete mit vier Verurteilungen.

In Salzburg fielen am Freitagabend die Urteile im Untreue-Prozess rund um ASKÖ und ASV. Deren Ex-Präsident (69) bekam zwei Jahre Haft, davon acht Monate unbedingt. Der Ex-Landesgeschäftsführer und der Ex-Finanzreferent der ASKÖ - beide ebenfalls 69 Jahre alt - bekamen acht bzw. sechs Monate auf Bewährung. Weiters erhielt der einstige ASV-Finanzchef (58) sechs Monate bedingt sowie eine Geldstrafe. Einzig die fünftangeklagte frühere Kommunikationschefin (52) der Amateursportvereinigung wurde freigesprochen. Bis auf den Freispruch sind alle anderen Urteile noch nicht rechtskräftig.

Dachverband wieder "auf einem guten Weg"

Der jetzige ASKÖ-Präsident Gerhard Schmidt betonte am Rand des Prozesses, dass der Dachverband wieder "auf einem guten Weg" sei. Man versuche schon länger, den Sportbauernhof um 1,7 Mill. Euro zu verkaufen - leider noch ohne Erfolg. Die ASKÖ sei durch offene Bankkredite in Höhe von 1,4 Mill. Euro belastet: zu einem Großteil handle es sich um Kredite, die zum Umbau des Hofes aufgenommen worden seien, so Schmidt. Die ASKÖ machte im Strafprozess 101.000 Euro Schadenersatz geltend.

Der jetzige ASV-Chef Manfred Wiltschko sagte, der Verein habe "nie etwas von anderen Konten gewusst". Funktionärstätigkeit sei ehrenamtlich. Es könne nicht sein, dass man Geld aus der Vereinskasse nehme, "um sich ein schönes Leben zu machen oder es zweckwidrig zu verwenden".

NEOS: "Nach Urteil muss Regress gefordert werden"

Die NEOS reagierten noch am Freitagabend in einer Aussendung auf das ASKÖ-Urteil. NEOS-Klubobmann und Sportsprecher Sebastian Huber: "Das heutige erstinstanzliche Urteil - auch wenn es nicht rechtskräftig ist - ist eindeutig. Das Gericht sah es erstinstanzlich als erwiesen an, dass über viele Jahre hinweg der ASKÖ Salzburg als Selbstbedienungsladen geführt wurde. Für uns NEOS in der Stadt Salzburg steht außer Streit, dass der ASV und der ASKÖ umgehend alle Hebel in Bewegung setzen und Regress fordern müssen. Immerhin schoss die Stadt einmalig 180.000 Euro als Investitionskostenzuschuss in die Sanierung des ASV Platzes zu. Das Geld ist dort aber nie angekommen. Dieses Geld muss jetzt zurückgeholt werden."

Sportbauernhof und Geheimkonten

In dem Prozess ging es um den Vorwurf von zweckwidrig verwendeten Vereinsgeldern. Dadurch soll dem Dachverband ASKÖ bzw. der ASV mehrere hunderttausende Euro Schaden entstanden sein. Die Anklage drehte sich in den Hauptfakten um einen überhöhten Baurechtszins für den "Sportbauernhof Waldzell" im oberösterreichischen Innviertel, sowie nicht gerechtfertigte, private Installationen auf dem Hof, zu Unrecht bezogene Fördergelder und zwei "Geheimkonten". Im Fokus standen auch ein Wohnmobil und ein Pkw, die auf Kosten des Sportvereins privat genutzt worden seien. Alle fünf Angeklagten bestritten die Vorwürfe und beteuerten bis zum Schluss ihre Unschuld.

Quelle: SN

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