Politik

Respekt vor neuer Aufgabe

Zur Zeit ist er in einer "Backhendlphase" und auf der Suche nach einer Wohnung in seiner Heimatgemeinde Wals-Siezenheim. Stefan Schnöll (30) aus Viehhausen wurde gestern zum Landesrat für die Ressorts Verkehr, Sport und Infrastruktur angelobt. Nun bezieht er sein Büro in der Kaigasse.

Zum Gasthaus Webersdorfer und dem Gockel aus Holz hat Hendlfan und ÖVP-Landesrat Stefan Schnöll einen besonderen Bezug.
Zum Gasthaus Webersdorfer und dem Gockel aus Holz hat Hendlfan und ÖVP-Landesrat Stefan Schnöll einen besonderen Bezug.

Nicht immer hat sich Stefan Schnöll für Politik interessiert. Erst war es der Fußball. Der langjährige Spieler des SV Grünau hatte aber immer schon ein politisches Grundinteresse. Dieses führt den aktuell jüngsten Landesrat Österreichs von Wien, nach Salzburg zurück. Die FN trafen den Juristen, Generalsekretär und JVP-Obmann im Gasthaus Webersdorfer, wo er bei Oma und Opa - nun beim Onkel Markus und seiner Mama Walburga - viel Zeit verbringt und gerne ein Brat- oder Backhendl verspeist.

Redaktion:
Redaktion:
Redaktion: Wie kommt es, dass Stefan Schnöll nun Bartträger ist? Ein neues Image?
Stefan Schnöll: Das hat nichts mit dem Landesrat zu tun. Ich habe den Bart nun schon seit zwei Monaten, habe ihn einfach mal wachsen lassen. Auch meiner Freundin hat er ganz gut gefallen.

Was bewirkt der Titel "Landesrat" für Sie persönlich?
Ich habe einen Respekt vor der Aufgabe. Vor allem als junger Politiker ist man in einer Regierungsverantwortung. Man hat eine Abteilung zu verantworten, ein Budget. Dessen muss man sich bewusst sein, das ist eine herausfordernde Aufgabe.

Bereitet Ihnen das Kopfweh?
Nein, ich habe aber Respekt davor. Man kann hier viel bewegen. Ich erstarre nicht in Ehrfurcht, freue mich auf die Herausforderung, möchte auch gestalten. Da ist einiges möglich.

Sie haben einmal gesagt, dass Ihnen das Wohnen und Arbeiten für junge Menschen besonders am Herzen liegen. Bedeuten die neuen Ressorts Verkehr und Infrastruktur nun einen Stilbruch?
Nein, da spielt sehr viel zusammen, wie etwa die Mobilität vom Arbeitsplatz zum Zuhause. Wir werden auch das Thema ressortübergreifend denken müssen. Wir brauchen eine Mobilitätsberatung fürs erste Eigenheim, wo man sich informiert, wo die nächsten öffentlichen Verkehrsmittel sind, wie man am schnellsten, umweltschonendsten und am billigsten in die Arbeit kommt. Diese Themen werden in Zukunft eine große Rolle spielen.

Sie sind mehr oder weniger im Gasthof Ihrer Großeltern aufgewachsen. Gehört das Hendl immer noch in Ihren Speiseplan?
Ja. Ich bin ein totaler Hendlfan. Ich esse mal ein Monat lang nur Brathendl, dann wieder nur Backhendl. Ich brauche so einmal die Woche eines. Jetzt hab' ich gerade die Backhendlphase.

Hat die Gastronomie Ihr politisches Interesse geprägt?
Ja. Der offene Umgang mit den Menschen ist hier immer sehr wichtig, wie in der Politik auch.

Wo müssen Sie in der neuen Funktion zurückstecken?
Der Sport leidet ein bisschen darunter, ich bin ein begeisterter Radfahrer und Fußballer. Das war in den vergangenen drei Wochen gar nicht mehr möglich. Ich werde es aber wieder forcieren, ich habe ja auch den Sport als Ressort, insofern ist es passend. Auch das Privatleben darf keinesfalls darunter leiden.

Wie geht das?
Mit meiner Freundin Sigrid aus Niederösterreich bin ich seit drei Jahren zusammen. Sie ist eine wichtige Stütze für mich und sie zieht zu mir nach Salzburg. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.

Apropos Sport: Was möchten Sie zuerst angehen?
Da geht es mir in erster Linie um die Vereine und die Ehrenamtlichen. Trainerausbildung ist da ein großes Thema. Oder Initiativen wie "Jugend zum Sport" oder "School on snow". Ich freue mich schon sehr auf die Zusammenarbeit mit den Trainern, da sind so viele Ehrenamtliche, die Unterstützung brauchen.

Sind Sie stressresistent?
Ja. Ich kann gut mit Druck umgehen. Das ist gerade in der Politik wichtig, weil man Druck von allen Seiten hat, von politischem Mitbewerber, von den Medien. Das muss man alles unter einen Hut bringen. Wenn man da gleich die Nerven wegschmeißt, ist man wahrscheinlich nicht der Richtige für den Job.

Welche drei Eigenschaften charakterisieren Sie am besten?
Ich bin fleißig, das war ich immer schon, und habe eine Freude an der Arbeit. Und ich bin ein höflicher zuvorkommender Mensch. Das ist man auch gewohnt, wenn man in einem Wirtshaus aufwächst. Das Dienende ist auch in der Politik was Wichtiges. Man dient in meinem Fall auch dem Volk, dem Land Salzburg. So habe ich das auch immer verstanden. In der Sebastian-Kurz-Generation steht das im Vordergrund.

Ihre größte Herausforderung wird sein?
Beim Thema Verkehr mit kleinen Schritten eine Trendumkehr einzuleiten. Ich finde derzeit eine unheimlich schwierige Situation vor. Salzburg ist Stau-Hauptstadt Nummer eins. Wir müssen sukzessive davon wegkommen. Das ist natürlich extrem schwierig, und das geht nicht von heute auf morgen. Da möchte ich halt langsam aber stetig was in die richtige Richtung bewegen.

Sie haben einmal gesagt, dass Sie in zehn Jahren wohl nicht mehr in der Politik sein werden. Hat sich daran etwas geändert?
Nein. Das wäre so ein schönes Alter, wenn man bis 40 in der Politik ist, und dann was anderes macht. Der Gedanke gefällt mir gar nicht schlecht. Eines muss man schon sehen, die Politik ist unheimlich anstrengend und fordernd. Und ich habe ja auch ein Privatleben, eine Freude am Sport. Ich bin nicht bereit, alles der Politik zu opfern. Das ist nun mal ein Zeitraum, in dem ich intensiv fürs Land arbeite, dann werden wir weitersehen.

Welches Verkehrsthema bereitet Ihnen schlaflose Nächte?
Das gibt es nicht. Es gibt aber eine Reihe von Projekten, die wir uns intensiver anschauen müssen. Wie die Verlängerung der Lokalbahn bzw. der S1 in Richtung Hallein. Damit könnte man sehr viele Menschen bewegen, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Natürlich ist es aber ein Bündel an Maßnahmen, wie Straßensanierungen, Ausbau der Infrastruktur. Viele Menschen sind ja aufs Auto angewiesen, diesen muss man auch entgegenkommen und schauen, dass sie sich schneller fortbewegen können. Es geht nicht immer nur um die Öffis, wir müssen auch was tun für die Autofahrer.

Gibt es Wünsche für Ihre Tätigkeit in der Landesregierung?
Ich bin sehr freundschaftlich empfangen worden von meinen Regierungskollegen. Das ist eine sehr kompetente, sympathische, nette Runde. Ich bin mir sicher, dass wir da gemeinsam einiges bewegen werden. Ich wünsche mir, dass wir möglichst viel weiterbekommen. Man muss immer wieder betonen, ich kann nicht in einigen wenigen Monaten all das verändern, was in den vergangenen Jahrzehnten bei dem Thema verabsäumt wurde.

Den Ausgleich holen Sie sich beim ...?
Sport. Ich schaue aber auch spätabends Reportagen über entfernte Länder. Es gibt auch Filme, die kann ich mir immer wieder anschauen, wie "Forrest Gump" oder "Rocky". Ich bin ein unheimlicher "Rocky"-Fan.

Darf's auch mal ruhiger sein?
Ja. Das muss man sich auch in der Politik nehmen. Einmal das Handy ausschalten, zumindest in der Nacht auf "lautlos" stellen. Man braucht die Zeit zu reflektieren. Und immer ist man durch die Neuen Medien in Versuchung, neue Informationen aufzunehmen, weiterzugeben. Man muss sich da etwas zurücknehmen, und dabei entstehen kreative Ideen, die man auch in der Politik braucht. In den Urlaub heuer nach Caorle werde ich das Handy jedenfalls mitnehmen und auch eingeschalten lassen.

Aufgerufen am 19.06.2018 um 12:25 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/respekt-vor-neuer-aufgabe-29145439

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