Politik

"Roter Verhaltenskodex": Kein Köpferollen bei der Salzburg AG

Der Aufsichtsrat der Salzburg AG hat die beiden Vorstände am Freitag zur Aussprache gebeten. Dabei wurde die "gelbe Karte" gezückt.

Der Aufsichtsrat der Salzburg AG ist am Freitagvormittag zu einer Sondersitzung in Sachen "Verhaltenskodex" für SPÖ-Führungskräfte zusammengetreten, dessen Existenz am Wochenende bekannt geworden war. Ein Köpferollen fand nicht statt: Der Aufsichtsrat sprach gegenüber allen Beteiligten de facto eine Verwarnung aus. Außerdem werden nun die hauseigenen Richtlinien für Personalentwicklung extern überprüft.

Schriftliche Entschuldigungen, keine Rücktritte Im Anschluss an die Sitzung berichteten Aufsichtsratvorsitzender Christian Struber und Bürgermeister Heinz Schaden in einer Pressekonferenz über die Ergebnisse. Jene Personen, die die "Punktation zum Rollenverständnis von sozialdemokratisch gesinnten Führungskräften" unterschrieben haben, hätten in einer schriftlichen Erklärung geschildert, wie dieses Papier zustande gekommen war, und ihr Bedauern ausgesprochen, was sie damit ausgelöst haben. Sie hätten dem Unternehmen nicht schaden wollen.

Diese Erklärung - die Struber im Vorfeld gefordert hatte - habe der Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen. "Heute wurde die gelbe Karte gezückt. In Zukunft lassen wir uns das nicht mehr bieten", betonte Struber. "Das ist kein Kavaliersdelikt, das muss allen Beteiligten klar sein." Neue Richtlinien bei der Salzburg AG Es wird nun neue Richtlinien zur Personaleinstellung geben. In Zukunft werde man bei der Personalauswahl externe Berater hinzuziehen. Vorschläge zum weiteren Vorgehen soll es bei der Aufsichtsratssitzung im Oktober geben. Gleichzeitig beteuerten Struber und sein Stellvertreter Bgm. Heinz Schaden (SPÖ), dass "wir für die Zeit, in der wir hier Verantwortung tragen, jegliche Form von parteipolitischer Einflussnahme ausschließen können."

Schaden erklärte zur Causa Mackinger, dass die Verbreiterung der Führungsspitze sinnvoll sei. Mackinger sei bis an seine physischen Grenzen gegangen, daher sei die Neuaufstellung gerechtfertigt. Schaden ersuchte, die Salzburg AG nicht nur im Kontext der vergangenen zehn Tage zu sehen. "Ich kann nur sagen, bitte seht die ganze Unternehmensgeschichte. Das Unternehmen ist nicht über Nacht eine 'Bad Bank' geworden."

Wie der Verhaltenskodex entstand Unterdessen melden sich immer mehr Stimmen aus dem Unternehmen. Ein Insider berichtet über die Entstehung des "roten Verhaltenskodex" nach der Betriebsratswahl 2010: "Es gab vorher immer Zusammenkünfte zwischen Betriebsräten und Führungskräften bei Rot und Schwarz. Auf der roten Seite wurde das Gremium aber nach der Wahl aufgelöst."

Hirschbichler habe das Papier auch deswegen verfasst, weil es Verstimmungen zwischen roten Betriebsräten und roten Managern gegeben habe. Weiteres Problem sei gewesen, dass Politiker aus Salzburg und Linz immer mehr Druck ausgeübt hätten: "Sie wollten eine gute Dividende und gleichzeitig einen niedrigen Strompreis und keine Kündigungen. Dass sich die Ziele widersprechen, wenn man sie alle maximiert, lag auf der Hand."

Quelle: Sn-bu/hess/stv

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