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Rückschlag für das Halleiner Spital: Die Unfallchirurgie bleibt am Wochenende zu

Ab sofort können in Hallein am Wochenende keine Patienten mit Unfallverletzungen mehr behandelt werden. Ein neues Gesetz soll helfen.

Rückschlag für das Halleiner Spital: Die Unfallchirurgie bleibt am Wochenende zu SN/Robert Ratzer
Bei Unfällen muss das Rote Kreuz nun auch am Wochenende ein anderes Spital anfahren.

Eine Unfallambulanz mit Öffnungszeiten. Das gibt es im Krankenhaus Hallein bereits seit 2014. Diese Öffnungszeiten werden ab sofort weiter eingeschränkt. Bisher wurden an der Unfallchirurgie zwischen 20 und 7 Uhr keine Patienten mehr behandelt. Jetzt ist die Abteilung auch an Wochenenden und Feiertagen geschlossen. "Mit drei Fachärzten für Unfallchirurgie und einem Sekundararzt ist das nicht anders möglich", sagt Michael Reschen, ärztlicher Leiter.

Dabei hätte sich im Halleiner Krankenhaus ab dem kommenden Jahr einiges zum Besseren wenden sollen. Das Spital ist ab dem 1. Jänner 2017 offiziell Teil der Salzburger Landeskliniken. Bereits seit Oktober werden die Chirurgie und die Unfallchirurgie in Hallein von den jeweiligen Primaren im Salzburger LKH mitgeführt. Die Abteilungen in Salzburg bespielen das Halleiner Krankenhaus auch personell. So standen Unfallchirurgen aus dem LKH per Rufbereitschaft für Hallein zur Verfügung.

Dieses System sei allerdings rechtlich nicht zulässig, sagt Primar Michael Reschen. "Eine Unfallchirurgie kann nicht mit Ärzten auf Rufbereitschaft betrieben werden. Ich habe deshalb die Kollegen des Roten Kreuzes darüber informieren müssen, dass sie bei Unfallverletzungen jetzt auch am Wochenende direkt nach Salzburg fahren müssen." Eine allgemeine Notfallambulanz gibt es nach wie vor rund um die Uhr.

Über mangelnde Auslastung habe man in der Halleiner Unfallchirurgie am Wochenende bisher allerdings nicht klagen können. "Wir hatten manchmal zwischen 30 und 40 Patienten am Tag."

Diese neue Einschränkung sei nicht nur für die Patienten, sondern auch für das Rote Kreuz ein Problem. Das bestätigt auch Landesrettungskommandant Anton Holzer. "Für das Rote Kreuz ist das ein zusätzlicher Aufwand. Das trifft vor allem unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter, da diese häufig am Wochenende Dienst haben." Es sei aber auch für die Patienten eine Umstellung. Denn das Rote Kreuz könne in Hallein abgewiesene Verletzte nicht in jedem Fall nach Salzburg fahren. Das sei nur bei schweren Verletzungen vorgesehen. "Wir lassen natürlich niemanden auf der Straße liegen. Aber viele Leute, die mit kleineren Verletzungen kommen, werden selbst nach Salzburg fahren müssen."

Landesspitalsreferent Chris tian Stöckl (ÖVP) ist aber guter Dinge, dass die Unfallchirurgie in Hallein im kommenden Jahr am Wochenende wieder betrieben werden könne. Dies soll eine Gesetzesänderung möglich machen. "Darüber haben wir im Rahmen der Finanzausgleichsverhandlungen gesprochen." Die Gesetzesänderung soll es für die Länder leichter machen, kleinere Spitäler am Leben zu erhalten, sagt Stöckl. "Und ich werde weiter für das Krankenhaus Hallein kämpfen."

Trotz der Probleme in der Unfallchirurgie wird künftig noch eine weitere Abteilung in Hallein von einem Primar des LKH Salzburg geführt. Der Leiter der Halleiner Gynäkologie, Alexander Albrecht, wird ab 1. Februar Primar im Krankenhaus Oberwart. Nun soll der Primar der Gynäkologie im Salzburger Universitätsklinikum, Thorsten Fischer, auch die entsprechende Abteilung im Krankenhaus Hallein leiten.

Quelle: SN

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