Politik

Rücktritt von Funktionär: "Keine Krise" in der FPÖ

Wie geht es in der FPÖ nach dem erzwungenen Rücktritt eines führenden Funktionärs weiter? Eine Nachfolgerin steht schon fest.

Rücktritt von Funktionär: "Keine Krise" in der FPÖ SN/neumayr/leo
FPÖ-Chefin Marlene Svazek hat parteiintern Konsequenzen gezogen. Der Mann ist nicht mehr Mitglied der FPÖ.

Nach dem Parteiaustritt eines führenden Funktionärs herrschte Handlungsbedarf in der FPÖ-Pinzgau. Am Mittwochabend tagte die FPÖ-Parteispitze, um über die weitere Vorgehensweise zu beraten. Die Funktion, die der Mann inne hatte, wird interimistisch von Karin Berger übernommen. Berger ist Vizebürgermeisterin von Lofer. "Die Bezirksleitung hat Karin Berger in ihrer gestrigen Sitzung einstimmig das Vertrauen ausgesprochen und steht in ihrer neuen Funktion voll hinter ihr", wird FPÖ-Landesparteiobfrau Marlene Svazek in einer Aussendung zitiert.
"Die Bezirksleitung hat sich dafür ausgesprochen, dass ein außerordentlicher Bezirksparteitag für nicht notwendig erachtet wird. Karin Berger wurde für genau diesen Fall als älteste Stellvertreterin demokratisch gewählt und hat nunmehr das volle Vertrauen der Bezirksleitung ausgesprochen bekommen", sagt Svazek. Im Pinzgau gehe die Arbeit ohne große Veränderung oder irgendeine herbeigeschriebene Krise weiter.

Anzeige wegen Verdachts der Körperverletzung und Nötigung

Der Funktionär war am Dienstag aus der FPÖ ausgetreten - nachdem die Parteispitze von einer Anzeige sowie einem Betretungs- und Waffenverbot gegen ihn erfahren hatte. Der Grund: Seine Lebensgefährtin hatte am Sonntag Anzeige wegen des Verdachts der Körperverletzung und versuchter schwerer Nötigung erstattet. Der Mann soll sie mit dem Umbringen bedroht haben. Die Frau hat laut Polizeibericht außerdem angegeben, dass sie ihr Freund seit einiger Zeit in der gemeinsamen Wohnung immer wieder bedroht und körperlich attackiert habe. "Laut Aussage gab es in der Vergangenheit immer wieder Beziehungsprobleme und dabei habe der Mann sie bespuckt, zu Boden gedrückt und auch am Körper verletzt", heißt es im Polizeibericht. Die Polizei fand vier Waffen und sprach ein vorläufiges Waffenverbot aus - zusätzlich zu einem Betretungsverbot.

"Kein Sportschütze"

Der Mann hatte sich in der Vergangenheit nach umstrittenen Waffenpostings auf Facebook damit gerechtfertigt, er sei Sportschütze. Eine Waffenbesitzkarte hat er, denn die hat ihm die Polizei abgenommen. Dass der Mann Sportschütze sei, dem widerspricht der Salzburger Sportschützenverband jetzt in einem E-Mail an die politischen Fraktionen im Landtag. Sportschütze sei man erst, wenn man als aktives Mitglied gemeldet sei. Das sei dieser Mann jedoch nie gewesen.

Quelle: SN

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