Politik

SALK-Mitarbeiter unzufrieden über Gehaltserhöhung

50 Euro Brutto Gehaltserhöhung: Das ist vor allem den Besserverdienern in den Landeskliniken zu wenig. Am Dienstag gab es eine Betriebsversammlung, jetzt soll über die Erhöhung abgestimmt werden.



Das monatelange Tauziehen um die Gehälter der Spitalsmitarbeiter sollte seit Freitagabend Geschichte sein. Da einigten sich Landesregierung und Personalvertreter darauf, dass die Mitarbeiter von Land und Landeskliniken um 50 Euro brutto im Monat mehr bekommen sollen.

Doch im Landeskrankenhaus (LKH) scheint die Diskussion jetzt erst richtig auszubrechen. Denn mit den 50 Euro wollen sich viele nicht zufriedengeben, wie sich am Dienstagnachmittag bei einer Betriebsversammlung in der Kantine zeigte.

Christine Vierhauser (FCG) hat als Angestelltenbetriebsrätin zur Abstimmung über den 50-Euro-Vorschlag geladen - mit dem sie keine Freude hat. "2,8 Prozent und eine Wertanpassung war das, mit dem wir auf die Straße gegangen sind", sagt Vierhauser in das Mikrofon. Allerdings sagt sie im gleichen Atemzug: Wer gegen diesen Kompromiss stimme, müsse im Ernstfall eben auch zum Streik bereit sein.

Das sind aber längst nicht mehr alle. Die Arbeiter etwa stehen hinter der Einigung mit der Regierung. "Ich gebe zu Bedenken: Die Gemeinsamkeit wird nicht mehr da sein", sagt Arbeiterbetriebsrat Thomas Brandstötter (FSG). Mehr Geld stehe eben nicht zur Verfügung. Und der 50-Euro-Kompromiss sei für die Schlechterverdienenden noch die beste Lösung. "Ich ersuche dafür um Verständnis bei den Besserverdienenden."

Bei den Ärzten stößt der Arbeitervertreter mit dieser Ansage aber auf wenig Zustimmung. Der 50-Euro-Vorschlag bedeute für viele Mitarbeiter einen realen Einkomensverlust, kritisiert Ärztevertreter Otto Straßl. Man brauche eine Ausgleich für die "inflationsbedingten Verluste".

Auch Herzchirurg Richard Krausler betont: "Das ist für uns nicht akzeptabel. Man braucht nur über die Grenze schauen", sagt Krausler. In Deutschland gebe es für das Klinikpersonal heuer sechs Prozent Gehaltserhöhung. Warum? "Weil die Ärzte dort besser organisiert sind."

Kritik regt sich auch beim Pflegepersonal. 50 Euro Erhöhung seien einfach zu wenig, heißt es. Eine Mitarbeiterin meint, man müsse es darauf ankommen lassen und geschlossen die Arbeit niederlegen. Die Regierung werde dann schon sehen, wie weit sie mit dem Sparkurs komme. Eine Andere kritisiert mangelnde Solidarität in der Belegschaft und fordert die Gutverdiener auf, eben auf den "dritten Urlaub im Jahr" zu verzichten. Tiefe Gräben tun sich da auf unter den Angestellten, aber eben auch zwischen Angestellten und Arbeitern.

Und zwischen den Spitälern. So gibt es in der Christian-Doppler-Klinik (CDK) keine Abstimmung. Warum? Weil für mehr als 1100 der 1300 CDK-Mitarbeiter der 50-Euro-Abschluss besser sei als eine prozentuelle Anhebung, sagt Alexander Stampfer (FSG), Betriebsratsvorsitzender der Angestellten. Bei einer prozentuellen Anhebung würde eine Krankenschwester mit 1700 Euro Brutto-Grundgehalt statt 50 nur 17 Euro mehr im Monat bekommen. Für das Vorgehen Vierhausers zeigt Stampfer kein Verständnis.

Bis Mitte nächster Woche können die knapp 3000 Angestellten im LKH abstimmen, ob sie mit dem Gehaltabschluss einverstanden sind oder nicht - und ob sie im Ernstfall auch wieder streiken würden.

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