Politik

Salzburg bleibt bei den Einkommen Vorletzter

Die Steuerreform hat zwar auch in Salzburg zu einem deutlichen Nettoplus von 4,5 Prozent im Geldbörserl geführt. Trotzdem gibt es mehr als einen Wermutstropfen: Die schlechte Position im Bundesländer-Ranking und die große Zahl von Menschen, die weniger als 1000 Euro netto pro Monat verdienen.

Die Einkommen in Salzburg sind gestiegen. AK-Präsident Peter Eder ortet aber noch immer eine große Lücke, die rasch geschlossen werden muss.  SN/franz neumayr - pressefoto neuma
Die Einkommen in Salzburg sind gestiegen. AK-Präsident Peter Eder ortet aber noch immer eine große Lücke, die rasch geschlossen werden muss.

Die Salzburger haben ein deutliches, reales Nettoplus im Geldbörsel. Das betont AK-Präsident Peter Eder zur aktuellen AK-Analyse der Einkommen. Weniger erfreulich sei, dass Salzburg im Bundesländervergleich bei den Einkommen Vorletzter bleibe. Gar nicht erfreulich: Noch immer verdienten mehr als 100.000 Menschen in Salzburg weniger als 1000 Euro netto im Monat. Ein Grund: viel Teilzeit. AK-Chef Eder: "Diese Lücke gilt es zu schließen. Damit mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ganzjährig Vollzeit arbeiten können, braucht es echte Wahlfreiheit beim Zusammenspiel zwischen Beruf und Familie."

Die Steuerreform hat sich 2016 erstmals voll ausgewirkt

Im Jahr 2016 betrug das durchschnittliche Einkommen der unselbständig Erwerbstätigen im Bundesland Salzburg 1516 Euro netto monatlich (14 Mal jährlich). Inflationsbereinigt bedeutet das einen realen Lohnzuwachs von 4,5 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. AK-Einkommensexperte Florian Preisig: "Neben der niedrigen Inflation liegt der Hauptgrund dafür in der 2015 beschlossenen Steuerreform, die 2016 in Kraft trat und sich erstmals voll auswirkt."

In der Einkommensstatistik liegt Niederösterreich vorn

Trotz des realen Einkommensplus bleibt Salzburg im Bundesländer-Ranking Vorletzter. Auf Platz 1 mit fast exakt 200 Euro im Schnitt netto mehr monatlich (1717 Euro) liegt Niederösterreich. Weiters folgen: Das Burgenland (1669 Euro), Oberösterreich (1621 Euro) und Vorarlberg (1585 Euro). Auf dem neunten und letzten Platz rangiert Tirol (1455 Euro). Der Grund für die niedrigeren Einkommen in Salzburg liegt in der Wirtschaftsstruktur: Im Vergleich zu anderen Bundesländern arbeiten überproportional viele Beschäftigte in Salzburg in den vergleichsweise niedriger bezahlten und teilzeitlastigeren Sparten Handel (1,3 Prozentpunkte über dem Österreichschnitt) sowie Beherbergung und Gastronomie (5,8 Prozentpunkte über dem Österreichschnitt). Gleichzeitig ist der Anteil der Beschäftigten in der vergleichsweise besser entlohnten Produktion deutlich unterdurchschnittlich.

Im Flachgau liegen die Einkommen um 175 Euro über dem Landesschnitt

Innerhalb des Bundeslandes zeigt sich einmal mehr die Zweiteilung zwischen den südlichen Bezirken mit viel Tourismus und den industrielleren Bezirken im Norden: Im Jahr 2016 lag das Einkommen im Flachgau - der Bezirk mit den höchsten durchschnittlichen Einkommen - bei netto 1691 Euro. Das sind um 175 Euro (oder 11,5 Prozent) mehr als der Landesschnitt und um fast ein Drittel bzw. 396 Euro über dem Letztplatzierten Pinzgau (1295 Euro). Die Zahlen der übrigen Bezirke: Tennengau (1591 Euro), die Stadt Salzburg (1575 Euro), der Lungau (1426 Euro) sowie der Pongau (1341 Euro).

Mehr als 90.000 Salzburgerinnen und Salzburger haben einen Teilzeitjob

Der Anteil an Teilzeitbeschäftigungen lag im Jahr 2015 bei 32,1 Prozent. Geschlechtsspezifisch zeigt sich, dass nur etwa jeder siebte Mann (14,4 Prozent) Teilzeit arbeitet, bei den Frauen ist es hingegen jede Zweite (50,9 Prozent). 2016 hatten in Salzburg insgesamt 92.019 Personen einen Teilzeitjob. Und: Von den etwa 286.500 Beschäftigten in Salzburg arbeiteten lediglich die Hälfte ganzjährig Vollzeit (49,4 Prozent).

100.000 verdienen weniger als 1000 Euro netto pro Monat

Eine weiteres Ergebnis der AK-Einkommensanalyse: 100.984 Salzburger Beschäftigte (35,2 Prozent) verdienen weniger als 1000 Euro netto monatlich. Davon betroffen sind 43,6 Prozent der Frauen und 27,1 Prozent der Männer. AK-Chef Peter Eder:

"Ein wichtiger Schritt auf dem Weg in Richtung höhere Einkommen ist aus meiner Sicht echte Wahlfreiheit bei Beruf und Familie. Niemand soll Teilzeit arbeiten müssen, nur weil es wegen der Betreuungssituation nicht anders geht. Deshalb macht sich die AK für qualitativ hochwertige und an die Arbeitszeiten der Eltern angepasste Kinderbetreuungsplätze stark."

Aufgerufen am 07.12.2021 um 08:02 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/salzburg-bleibt-bei-den-einkommen-vorletzter-33158608

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