Salzburg empfängt Europas Staatschefs

Salzburg empfängt Europas Staatschefs

Es ist ein Treffen der Superlative: Die 28 EU-Staatschef kommen am 19. und 20. September in Salzburg zum EU-Gipfel zusammen. Wie sich Stadt und Land darauf vorbereiten, was der Gipfel für Salzburg und seine Bürger bedeutet und welche europapolitischen Themen diskutiert werden lesen Sie im SN-Dossier.

In Teilen der Stadt wird Ausnahmezustand herrschen: Es gibt großräumige Straßensperren und Betretungsverbote.

Sogar der traditionelle Wochenmarkt "Schranne" fällt am 20. September aus.

Auch politisch könnte der Gipfel Wellen schlagen: Auf der Agenda der Staatschefs dürften unter anderem die Migration in Europa sowie der "Brexit" stehen.

Alle Straßensperren und Platzverbote

Aufgerufen am 18.09.2018 um 11:17 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/salzburg-empfaengt-europas-staatschefs-40014109

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Tusk will die "Anlandeplattformen" für Migranten in Afrika noch nicht aufgeben, hieß es. Es gebe immer noch Raum für Gespräche mit Drittstaaten. Bisher hat sich kein Land für solche Flüchtlingszentren bereit erklärt.

Der EU-Gipfel ist auch in kulinarischer Hinsicht eine Herausforderung. Allein für das Mittagessen am Donnerstag im Mozarteum hat Spitzenkoch Andreas Döllerer 30 Mitarbeiter abgestellt.

Ende Juli flatterte ein besonderer Auftrag bei der Tischlerei Scheicher in Adnet herein: Gefragt war der Bau eines einzigartigen Konferenztisches für den EU-Gipfel diese Woche.

Beim informellen EU-Gipfel in Salzburg wird auch über den Brexit diskutiert werden. Die Austrittsverhandlungen zögern sich hinaus, wodurch ein fertiges Abkommen im Oktober unwahrscheinlich ist.

Was die EU-Staaten bisher in der Flüchtlingskrise getan, angekündigt oder erklärt haben - Eine Chronologie seit 2015.

Die Agentur Frontex soll massiv aufgestockt werden. Auch das ist Thema bei dem informellen EU-Gipfel in Salzburg.

Mit der EU-Militärmission "Sophia" soll die Schlepperkriminalität im Mittelmeer bekämpft werden. Italien hält an der Mission fest, fordert jedoch die Einführung eines sogenannten "Rotationsprinzips" für die Häfen, die Migranten aufnehmen. Beim EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am Donnerstag in Salzburg soll die Forderung durchgesetzt werden.

In der Politik lässt sich ein eindeutiger Fokus auf das Thema Migration feststellen. Der Historiker Philipp Ther kann sich das "rein rational" nicht erklären.

Politikwissenschaftlerin Sieglinde Rosberger sieht den Fokus auf Migration beim EU-Gipfel in Salzburg kritisch. Sie identifiziert vier andere wichtige Themenbereiche in Hinblick auf die Herausforderungen der EU.

Auf einem Plakat steht durchgestrichen "Fortress" auf dem anderen "Europe":

Anton und Christoph Vogl schenken den Regierungschefs nur "ausgezeichnete Brände" ein.

Der informelle EU-Gipfel am 19. und 20. September wird den Alltag vieler Städter und Pendler spürbar beeinträchtigen. Die SN geben ein paar Tipps, um am Mittwoch und Donnerstag trotzdem gut durch den Tag zu kommen.

"Wir sind aber gut vorbereitet und ich bitte die Salzburgerinnen und Salzburger um Verständnis, dass es Einschränkungen im normalen Tagesablauf geben wird."

Für den EU-Gipfel am Mittwoch und Donnerstag hat das Land Salzburg alles bis ins kleinste Detail organisiert. Eines hat aber selbst der Leiter der Präsidialabteilung, Hubert Weinberger, nicht in der Hand: das Wetter.

Was in Brüssel Alltag ist, sorgt in Salzburg für Aufregung: Ein Treffen der 28 Staats- und Regierungschef der Europäischen Union.

Die Agentur für Grenz- und Küstenwache soll in Zukunft auf eigenes Personal und eigene Ausrüstung wie Schiffe, Flugzeuge und Fahrzeuge zählen können. Das alles kostet aber Geld.

"Was wir heute in Europa sehen, ist ein Leid jenseits jeglicher Vorstellung. Die Hotspots wurden als offene Gefängnisse gegründet. "

Auch wenn es sich um einen informellen Rat handelt in Salzburg, die Themen sind wichtig für den Fortgang der europäischen Geschichte, die in Salzburg ein Stück neu geschrieben werden könnte.

Der EU-Gipfel bringt eine Gegenveranstaltung mit sich: Bei einem Alternativ-Gipfel will das Bündnis "Solidarisches Salzburg" für eine Demonstration mobilisieren.

Die Tourismus-Branche wird vom EU-Gipfel in Salzburg zweifellos profitieren - nicht nur wegen der Tausenden Hotelreservierungen, sondern auch wegen der unbezahlbaren Bilder, die um die Welt gehen werden.

Während des Gipfeltreffens werden Teile der Stadt zur Hochsicherheitszone. Das werden die Salzburger vor allem beim öffentlichen Verkehr zu spüren bekommen.

Auch Gespräche rund um den Brexit werden beim EU-Gipfel am Programm stehen.

2200 Hotelzimmer, 1750 Polizisten und jede Menge Sperren: Ein hochrangig politisches Treffen wie der EU-Gipfel verlangt Stadt und Land Salzburg einiges ab.

Debatten über Migration betreffen vor allem auch Afrika - genauer gesagt die finanzielle Entwicklungshilfe für afrikanische Länder.

Wie wirkt sich der EU-Gipfel auf die Innenstadt aus? Was machen die Standler auf der "Schranne" und wie geht der Flughafen mit den insgesamt 30 Delegationen um? Ein Überblick.