Politik

Salzburg: Senioren fordern Öffi-Jahrestickt um 299 Euro

2017 soll für Senioren das Jahr der Gerechtigkeit werden. Das erklärt der Chef des Pensionistenverbands, Ex-Wohnbaulandesrat Walter Blachfellner.

Walter Blachfellner fordert als Chef des Pensionistenverbands mehr Gerechtigkeit. SN/Marco Riebler
Walter Blachfellner fordert als Chef des Pensionistenverbands mehr Gerechtigkeit.

2017 wird das Jahr der Gerechtigkeit - mit einem Forderungskatalog im Interesse der Pensionistinnen und Pensionisten meldet sich Walter Blachfellner in den letzten Tagen des alten Jahres zu Wort. Der Landesrat außer Dienst ist seit Kurzem Chef des Pensionistenverbands. "Wir sind die starke Stimme der Senioren in Salzburg! Daher werden wir im neuen Jahr die Lebensbedingungen für ältere Menschen genau überprüfen und Nachteile, die gegen die Interessen unserer mehr als 20.000 Mitglieder in Stadt und Land sind, aufzeigen", betont Blachfellner.

Kritik an "unleistbarem" Öffi-Jahresticket

Konkret sollen die Kosten für den öffentlichen Verkehr unter die Lupe genommen werden. Blachfellner: "Wir schließen uns der öffentlichen Diskussion für das verbilligte Jahresticket für Bus und Bahn gerne an. Allerdings wollen wir ein Seniorenticket, das um 299 Euro für alle Öffis in Stadt und Land gültig ist. Vorbild sind Tirol und Vorarlberg." Nur wenn das Angebot für den öffentlichen Verkehr leistbar sei, würden die Menschen Bus und Bahn auch nutzen. Das gelte vor allem für die einkommensschwächeren, älteren Menschen.

Inflationsrate für Senioren sei viel höher

"Das Salzburg Land Ticket, das laut Tarifblatt des Salzburger Verkehrsverbundes unrabattiert rund 1400 Euro im Jahr kostet, ist unleistbar! Und nur wer eine ÖBB Vorteilscard Senior hat, bekommt heute rund 30 Prozent Ersparnis auf den Vollpreis. Das schließt ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind, vom öffentlichen Leben aus", kritisiert Blachfellner. Dazu kommen noch gestiegene Kosten für Wohnen und Gesundheit, die vor allem ältere, oft chronisch kranke Menschen in einem besonderen Ausmaß treffen. Das sei, so Blachfellner, auch der Grund, warum die Inflationsrate für Senioren in Wirklichkeit höher ist als für die Allgemeinheit.

Lob für den "Pensionisten-Hunderter"

Keine Kritik sondern Lob gibt es für eine andere Maßnahme: "Umso gerechter ist der sogenannte Pensionisten-Hunderter! Auch die seit einem Jahr geltende Steuerreform hat sich für jene, die weniger Pension haben, positiv ausgewirkt. Das hat der Pensionistenverband bundesweit gefordert und wurde von der Bundesregierung umgesetzt", betont Blachfellner. Künftig sollten, so der PVÖ-Landesobmann abschließend, die Pensionen nach dem früher berechneten Preisindex für Pensionisten und damit bedarfsgerecht erhöht werden.

Quelle: SN

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