Politik

Salzburg trifft Bayern: Neue Brücken über die Grenze geplant

Zwei Radfahrbrücken über Saalach und Salzach werden kommen. Auf eine große Autobrücke nach Bayern muss man aber weiter warten.

Seit Jahren wird über eine Straßenbrücke über die Salzach im Flachgau diskutiert. Konkret geht es um das Gebiet zwischen der Stadt Salzburg und Oberndorf. Allerdings: Obwohl im vergangenen Jahrzehnt sechs Standorte geprüft wurden, "ruhen die Pläne dazu jetzt, solange es keine Einigung auf einen Standort gibt", sagt Landesbaudirektor Christian Nagl. Von Bayern gebe es eine Präferenz für eine Brücke südlich von Oberndorf, sagt Naturschutzreferentin LH-Stv. Astrid Rössler (Grüne): "Die ist aber aussichtslos wegen des Natura-2000-Gebietes auf beiden Seiten. Es gibt hier nur einen schmalen, möglichen Korridor. Den will aber die Stadt Laufen nicht." Weiters gebe es einen Standort nördlich von Oberndorf, der aber baulich nicht möglich sei. Nagl: "Salzburg würde hingegen eine Variante nördlich des Gewerbegebiets Siggerwiesen bevorzugen - unweit der Abzweigung der B156 Richtung Anthering." Die südlichste der geprüften Varianten bei Muntigl werde man aber sicher nicht weiterverfolgen, sagt der Landesbaudirektor: "Denn die zerschneidet hochwertiges Grün- und Ackerland." Da sei Siggerwiesen besser, wo man dieselbe Verkehrswirkung habe, aber durch ein Gewerbegebiet fahre.

Während man auf eine autotaugliche Brücke also noch länger warten muss, werden zwei Fußgänger- und Fahrradbrücken nach Bayern bald Realität. Die Nase vorn hat Wals-Siezenheim: Konkret geht es um einen Neubau des bestehenden Siezenheimer Steges über die Saalach, der in die bayrische Nachbargemeinde Ainring führt. Bgm. Joachim Maislinger (ÖVP): "Wir wollen neben dem alten Metallsteg einen neuen, hölzernen Steg bauen, der auch überdacht sein soll - wie beim neuen Europasteg in Grünau." Die beiden Gemeinden haben daher die Fachhochschule beauftragt, eine Studie samt Rohkonzept für den Steg zu erstellen. Maislinger rechnet mit Baukosten von rund einer Million Euro - hofft aber auf Förderungen: "Beim Steg in Grünau hat die EU die Hälfte bezahlt. Und wenn so eine grenzüberschreitende Brücke kein Europa-Projekt ist, was dann?" In puncto Umsetzung will der Bürgermeister Gas geben:

"Ein Baubeginn geht sich vielleicht 2019 noch aus." Die Bauzeit schätzt er auf wenige Monate. Gründe für den Neubau nennt Maislinger gleich mehrere: "Der alte Steg ist so schmal, dass man Räder schieben muss. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Und außerdem müsste einiges in seine Erhaltung investiert werden." Und: Maislinger will den Steg so bauen lassen, dass er, wie der Europasteg, auch für kleine Einsatzfahrzeuge befahrbar sein soll: "Diese Idee tauchte auf, als letzten Herbst in Ainring ein Reifenlager abgebrannt ist. Daher soll der neue Steg so breit sein, dass ein Mannschaftstransporter der Feuerwehr ihn nutzen kann, aber auch ein Fahrzeug des Gemeinde-Bauhofs."

Weiters gibt es erste Pläne für einen Fußgänger- und Radfahrsteg über die Salzach zwischen Anthering und dem bayrischen Saaldorf-Surheim. Der Antheringer Bgm. Hans Mühlbacher (ÖVP) sagt: "Nächster Schritt ist, bis zum Sommer eine Machbarkeitsstudie erstellen zu lassen. Dann gehen wir in die Tiefe und kümmern uns um Planung und Finanzierung." Der Standort sei mit einem 800 Meter breiten Korridor an der Grenze zu Bergheim bereits fix, heißt es.

Mühlbacher betont die überörtliche Bedeutung des Projekts: "Durch die Brücke kommt man auch besser ins Erholungsgebiet Antheringer Au; und eine Verbindung nach Bayern ist auch in touristischer Hinsicht wichtig." Denn die Salzachauen in Nußdorf werden gerade zum Naturpark umgestaltet: "Das wir sicher ein Publikumsmagnet und durch den Steg besser erreichbar." Eine Nutzung für kleine Einsatzfahrzeuge sei bei diesem Steg aber kein Thema - "weil man da mit Autos gar nicht hinkommt". Aufgrund der nötigen Behördenverfahren werde sich "auch 2019 ein Bau noch nicht ausgehen. Aber wünschen würden wir uns das."

Sie hoffen auf einen baldigen Neubau des Grenzstegs: Bgm. Joachim Maislinger und Martin Schlager, Kommandant des Feuerwehr-Löschzugs Siezenheim. SN/robert ratzer
Sie hoffen auf einen baldigen Neubau des Grenzstegs: Bgm. Joachim Maislinger und Martin Schlager, Kommandant des Feuerwehr-Löschzugs Siezenheim.

Bei den Baukosten geht er von "sicher zwei Millionen Euro" aus. Denn auf bayrischer Seite sei der Treppelweg, der durch den Steg angebunden werden soll, rund 50 Meter vom Ufer weg: "Daher muss die Brücke 180 Meter lang sein." Und die Finanzierung? "Wir gehen von 60 bis 70 Prozent EU-Förderung aus." Weiters erwartet sich der Ortschef Geld aus dem Gemeindeausgleichsfonds sowie den Tourismus-Töpfen des Landes. "Es wird ein Eigenanteil für die Gemeinden übrig bleiben, fürchte ich. Im Idealfall kostet uns der Steg aber gar nichts."


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