Politik

Salzburger Direktorin : "Da wird Streit in die Schulen getragen"

Die Politik will den Schulen mehr Autonomie geben. Grundsätzlich sind alle dafür. Allerdings könnten einige der geplanten Änderungen zu massiven Problemen in den Schulen führen, fürchten Personalvertreter.

Salzburger Direktorin : "Da wird Streit in die Schulen getragen" SN/ratzer
Die Direktorin und Gewerkschafterin Claudia Dörrich fürchtet durch das Autonomiepaket mehr Streit in den Schulen

Die Begeisterung über die Reform, die den Schulen mehr Autonomie bringen soll, hält sich in Grenzen. Zumindest bei den Personalvertretern und Gewerkschaftern.

Eine, die ihr Unbehagen auf den Punkt bringt, ist Claudia Dörrich. Sie ist nicht nur Gewerkschafterin sondern auch Direktorin des Christian-Doppler Gymnasiums in der Stadt Salzburg. Dörrich befürchtet, dass durch das Autonomiepaket Streit in die Schulen getragen wird. Da die Direktoren in Zukunft auch über Klassengrößen bestimmen können, seien die Schwierigkeiten programmiert.

"Wohin gebe ich die Ressourcen, wer muss wie viele Schülerinnen und Schüler unterrichten, wer bekommt wie viele Stunden - all das wird zu Konflikten führen", sagt sie. Tatsache sei, dass es kein zusätzliches Geld für die Schulen geben soll und die Reform kostenneutral sein soll.

"Da besteht die Gefahr, dass durch die Hintertür ein Sparpaket auf die Schulen zukommt", sagt Dörrich. Und auch bei den geplanten Schulclustern ist sie skeptisch. "Wie jemand von der Elementarpädagogik bis zur Matura alles im Griff haben soll, das muss man mir erst zeigen", sagt sie.

Ähnlich reagieret die "Österreichische Professoren Union", die dominierende Fraktion in der AHS-Lehrervertretung in einem Rundschreiben. Besonders gravierend würde sich die Streichung der Klassenschülerhöchstzahl sowie der Eröffnungs- und Teilungszahlenverordnung auswirken. Dies würde "angesichts von jetzt schon zu knappen Ressourcen zu massiven Qualitätseinbußen führen und tausende junge Kolleginnen in ihrer beruflichen Existenz bedrohen".

"Gerade perfid" sei die "Entmündigung der Schulpartner", heißt es weiter. Deren Mitbestimmung habe in den vergangenen Jahrzehnten viel zum Gelingen von Schulen beigetragen. Nach dem Willen der Ministerin sollten Entscheidungen der Schule aber künftig nicht von den schulpartnerschaftlichen Gremien, sondern von der Schulleitung oder - "noch extremer" - von der Schulcluster-Leitung getroffen werden.

Quelle: SN-Alf

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