Politik

Salzburger Magistrat verzichtet auf das Binnen-I

Bei internen Schriftstücken verwendet die Stadt Salzburg "aus Gründen der leichteren Lesbarkeit" nur die männliche Form. Laut Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) habe man für die Maßnahme Applaus bekommen.

Dieser Passus ist in einer Dienstanordnung vom 8.8.2019 zu finden. SN/sn
Dieser Passus ist in einer Dienstanordnung vom 8.8.2019 zu finden.

Die Stadt Salzburg verwendet in internen Schriftstücken im Gegensatz zu ihrer Kommunikation nach außen keine geschlechterneutralen Formulierungen. Einen entsprechenden Medienbericht bestätigte Magistratsdirektor Martin Floss. Eine Dienstanordnungen aus dem August, die den Salzburger Nachrichten vorliegt, sei aber nicht das erste Schreiben, die auf den Verzicht von Binnen-I und Co. aus Gründen der leichteren Lesbarkeit hinweise, sagt Floss. "Diese Praxis gibt es bei uns bereits seit mehreren Jahren. Ich habe auch eine Dienstanordnung meines Vorgängers aus dem Jahr 2006 gefunden, in der sich ein ähnlicher Passus befindet."

Seit längerer Zeit werde der Satz, dass sich bei personenbezogenen Bezeichnungen die männliche Form auf alle Geschlechter beziehe, standardmäßig in Dienstanordungen geschrieben, sagt Floss. "Ich habe in Auftrag gegeben, dass bei uns alle Dienstanordnungen überarbeitet werden. Dabei war uns eine einfache und verständliche Sprache wichtig. Wir haben uns dazu auch von einer Agentur beraten lassen. Die hat uns ebenfalls nahe gelegt, auf Formulierungen mit Binnen-I und Sternchen zu verzichten, da diese die Lesbarkeit erschweren." Bisher hätte diese Praxis im Magistrat keine großen Wellen geschlagen. Das bestätigt auch Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP). "Das ist ja nur bei internen Dienstanweisungen so. Bisher haben uns alle appladaudiert, dass wir das so machen."

Bei Presseaussendungen wird gegendert

Bei Presseaussendungen der Stadt Salzburg wird eine geschlechterneutrale Schreibweise allerdings angewandt. So findet sich in einer Aussendung über den autofreien Tag in Maxglan am kommenden Wochende der Hinweis, dass den "jungen Besucher*innen nicht langweilig werde". An dieser Praxis wolle man auch künftig nichts ändern, sagt Bürgermeister Harald Preuner.

Martina Berthold will "geschlechtergerechte Sprache"

Wenig Applaus bekommt der Magistrat für entsprechende Formulierungen in ihren Dienstanweisungen von Bürgerlisten-Stadträtin Martina Berthold. "Wir werden darüber diskutieren müssen, ob wir auch bei internen Dokumenten geschlechtergerechte Formulierungen verwenden. Ich glaube auch nicht, dass alle im Magistrat mit der derzeitigen Praxis einverstanden sind." Das Argument mit der leichten Lesbarkeit gelt für Berthold nicht. "Die deutsche Sprache ist so lebendig, mit etwas Kreativität findet man so viele Formulierungen, die eine geschlechtergerechte Sprache ermöglichen." So könne man etwa statt "Lehrer" auch "Lehrende" sagen, so wären niemand benachteiligt. "Oder man schreibt einfach Lehrerinnen und Lehrer." Sprache schaffe Wirklichkeit, deshalb sei es wichtig, hier niemanden zu benachteiligen.

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