Politik

Salzburger Stadtpolitiker müssen Parkberechtigung für den Schlosshof abgeben

Ab 1. September ist der Innenhof des Schloss Mirabell so gut wie autofrei. Bis 31. August müssen die Politiker ihre Parkberechtigung abgeben. Ein Mail ging am Freitag an alle Gemeinderäte.

Jahrelang hat die Bürgerliste gefordert, den Innenhof des Schloss Mirabell autofrei zu gestalten. Seit mehr als 30 Jahren gibt es dieses Ansinnen. Ex-Bürgermeister Heinz Schaden hat im Vorjahr zugesagt, den Innenhof von Autos zu befreien. Denn auch der umgebaute Chiemseehof wird ab 2019 kein Parkplatz mehr für Politiker sein. Damit, so argumentierte Schaden, werde auch die Stadt Salzburg nachziehen.

Nun setzte sein Nachfolger im Amt, ÖVP-Bürgermeister Harald Preuner, das in die Tat um. Am Freitagvormittag ging ein Mail an alle Gemeinderäte der Stadt Salzburg. Ab Herbst solle der Schlosshof autofrei sein. Alle Gemeinderäte werden daher aufgefordert, bis 31. August ihre Parkberechtigung im Sekretariat der Magistratsdirektion abzugeben. Bis dato konnten Gemeinderäte um 14,53 Euro monatlich den Innenhof des Schlosses nutzen.

Stadtpolitik soll mit gutem Beispiel vorangehen

"Sollten Sie zukünftig Termine im Schloss Mirabell haben, nutzen Sie bitte unbedingt bevorzugt die vorhandenen Möglichkeiten des Öffentlichen Verkehrs. Gerade der Mirabellplatz ist ein wichtiger Knotenpunkt, an dem eine Vielzahl der städtischen Verkehrslinien zusammen laufen", schreibt Harald Preuner, seines Zeichens Fahrschulbesitzer. Mit dieser Maßnahme sollen Stadtpolitik und Stadtverwaltung mit gutem Beispiel vorangehen, einen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssituation zu leisten. Im Hof würden nur mehr wenige Parkplätze verbleiben, etwa für Pool-Dienstfahrzeuge und interne Besucherparkplätze für Dienstfahrzeuge von Dienststellen.

"Sorgen und Nöten von normalen Verkehrsteilnehmern"

Die Bürgerliste freut's. "Eine jahrzehntelange Forderung wird damit endlich umgesetzt", sagt Bernhard Carl. Auch, dass es nun Preuner ist, der zum Umstieg auf die Öffis rät, freut Carl. "Besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können. Allerdings spricht auch nichts dagegen, das Fahrrad zu benützen, oder zu Fuß zu gehen." Nachsatz: "Erstmals ist jetzt auch ein Großteil der Gemeinderäte mit den Sorgen und Nöten der 'normalen' Verkehrsteilnehmer konfrontiert. Ich bin zuversichtlich, dass das bei den anderen Fraktionen zu einem Umdenken und zu mehr Einsatz für den öffentlichen Verkehr, für Radfahrer und Fußgänger führt."

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