Politik

Salzburgs Schutzmasken-Lieferung steckt an türkischer Grenze fest

16.000 Schutzmasken der höchsten Klasse noch im Uniklinikum vorhanden.

Schutzmasken sind derzeit überall Mangelware – so auch in Salzburg.  SN/APA/BARBARA GINDL
Schutzmasken sind derzeit überall Mangelware – so auch in Salzburg.

Den Spitälern in Salzburg mangelt es - so wie allen Bundesländern - an Schutzausrüstung und Schutzmasken. Gesundheitsreferent LH-Stv. Christian Stöckl sagte am Donnerstag, seit Wochen sei der zentrale Einkauf daran, "den Weltmarkt abzuklappern".

Masken der Schutzklasse FFP 2 und FFP3 sowie Schutzkleidung würden seit einer Woche an der türkischen Grenze feststecken. Täglich bekomme er Ratschläge und Angebote für die Besorgung von Masken, die er allesamt prüfen lasse, sagt Stöckl. Allerdings stelle sich heraus, dass all diese Angebote bei zwei bis drei großen Erzeugern zusammenlaufen. Diese könnten aber keine Zusagen für Lieferungen abgeben. Stöckl: "Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat am Donnerstag angekündigt, dass elf Millionen Handschuhe am Freitag eintreffen und auf die Bundesländer verteilt werden. Am Samstag eine Großlieferung Masken, am Montag Schutzanzüge. Ich hoffe sehr, dass die Lieferungen auch wirklich eintreffen."

Eine Ärztin hatte in einem Interview mit der APA anonym über einen eklatanten Mangel an Schutzausrüstung geklagt. Primar Richard Greil, Leiter des medizinischen Einsatzstabes, sagte dazu: "Selbstverständlich agieren wir unter dem Prinzip der Mangelverwaltung in der Krise. Es ist ein Mangel auf der ganzen Welt. Jede Maske ist wertvoll." Allerdings könne nicht jeder im Spital eine FFP3-Schutzmaske tragen. Das sei auch nicht sinnvoll. Das "maximal exponierte Personal" müsse geschützt werden. "Wir berechnen jeden Tag, was wir haben, was wir brauchen, und was wir bestellt haben", sagt Greil. Aktuell verfüge man über 16.000 FFP3-Schutzmasken, damit komme man etwa eine Woche aus. Sollte die Intensivstation mit 16 Betten voll belegt sein, benötige man das 40-fache der üblichen Menge von 500 Stück, nämlich 20.000 Masken pro Woche. "Wir geben derzeit beispielsweise nur an jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Salzburger Spitälern Schutzmasken aus, die stärker gefährdet sind infiziert zu werden als der Durchschnittsbürger. Benutzte Masken werden gesammelt und sterilisiert, damit wir sie wieder einsetzen können", sagt Greil. Die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werde sehr ernst genommen. "Sie werden umfassend eingeschult, sei es zu den Hygienevorschriften oder zum Umgang mit Covid-Patientinnen und Patienten. Angst vor dem Umgang mit Erkrankten kann ich derzeit bei der Belegschaft kaum erkennen. Am ehesten bei jenen, die noch nicht im Covid-Haus gearbeitet haben", betont Greil.

Quelle: SN

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