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Schulen bereiten sich auf Fernlehre vor - Volksschule Wals war schon gesperrt

Während für manche Schulen die angekündigten Sperren ab kommenden Montag bzw. Mittwoch wohl überraschend kamen, sind andere schon vorbereitet. Die Volksschule Wals war bereits Mittwochvormittag zu - ist mittlerweile aber wieder geöffnet. Auch andere Bildungseinrichtungen schränken die Präsenzlehrveranstaltungen ein.

Eine Lehrerin der Volksschule Wals hatte Sorge, an dem Coronavirus erkrankt zu sein. Der Verdacht hat sich nicht bestätigt. SN/anton prlic
Eine Lehrerin der Volksschule Wals hatte Sorge, an dem Coronavirus erkrankt zu sein. Der Verdacht hat sich nicht bestätigt.

Bereits Mittwochmorgen war die Volksschule in Wals wegen Corona gesperrt. Die Direktorin hatte die Schließung fixiert, weil eine Lehrerin kurzfristig schwer erkrankt war. Während die Betroffene auf einen Test wartete, blieben die Lehrer im Haus und die Schüler zu Hause. Gegen Mittag gab es Entwarnung: Bei der Lehrerin liege keine Coronaerkrankung vor. Die Nachmittagsbetreuung konnte wieder stattfinden.

Am späten Nachmittag wurde dann von der Bundesregierung bekannt gegeben, dass AHS-Oberstufen und berufsbildende mittlere und höhere Schulen ab Montag bis 3. April gesperrt werden. Zudem sollen Kinder der ersten bis achten Schulstufe ab Mittwoch wenn möglich zu Hause bleiben - falls nicht, werden sie in der Schule betreut.

HTL ist vorbereitet

Der Direktor der HTL Salzburg, Franz Landertshamer, zeigte sich darauf vorbereitet: "Wir sehen das entspannt. Über Internet hat jeder Schüler bei uns Zugriff auf Onlinelernunterlagen im Tele-Learning-System." Noch würden aber nicht alle Schüler darauf zugreifen, sagt Landertshamer: "Aber wir verlangen von den Schülern eine gewisse Eigenverantwortung." Auch die Schüler würden die angekündigte Schulsperre mittragen, betont er. "Ein bissel jammern aber unsere fünften Klassen, denn die müssen bald die Zentralmatura machen. Die haben Stress." Zudem machten sich diese Schüler Gedanken, was es für sie heiße, wenn die Matura auf Herbst verschoben werden sollte - "etwa in puncto Uni-Aufnahmsprüfungen oder Start beim Bundesheer oder Zivildienst". Wie wird es für die HTL-Lehrer ab Montag weitergehen? "Die Lehrer können, wenn nötig, in kleinen Gruppen in die Schule kommen; oder sie unterrichten von zu Hause aus." Die meisten von ihnen seien damit bereits vertraut: "Denn in unserer Abendschul-Abteilung ist die Fernlehre ein fixes Element, und ein Großteil unserer Lehrer unterrichtet auch dort."

Die Direktorin des Gymnasiums in Seekirchen, Annemarie Seethaler, zeigte sich nach der Ankündigung der Maßnahmen noch abwartend: "Wir werden in unserer Konferenz Donnerstagmittag die weiteren Schritte beraten. Wir werden aber sicher unsere bestehenden e-Learning-Kanäle einsetzen und diese Vorgaben umsetzen." Eine offene Frage ist für sie aber noch die Begleitung der Maturaklassen: "Bei einer Verschiebung auf Herbst bezweifle ich, dass die im Sinne der Kandidaten ist." Und der Zeitplan der Maturanten sei knapp: "Die Präsentation der vorwissenschaftlichen Arbeiten ist nach den Osterferien. Am 30. April ist ihr letzter Schultag. Am 5. Mai startet bei uns dann schon die erste Matura-Klausur."

Bildungsdirektor hofft, dass viele Schüler zu Hause bleiben

Bildungsdirektor Rudolf Mair setzt darauf, dass bei den angekündigten Schulsperren viel e-Learning zum Einsatz kommt. Eine offene Frage ist für ihn aber noch der Umgang mit den Polytechnischen Schulen und speziell den Berufsschulen: "Bei diesen gibt es vielleicht die Möglichkeit zum Nachholen der neun- bis zehnwöchigen Turnusse. Denn diese drei Wochen werden ihnen fehlen." Womit rechnet er bei den Volksschulen, NMS und AHS-Unterstufen? Mair: "Die Schultüren bleiben offen. Und es wird auch einen Elternbrief zur Erklärung geben." Er appelliert an die Eigenverantwortung der Eltern: "Ich würde mich daher freuen, wenn die allermeisten Eltern ihre Kinder von der Schule zu Hause lassen können."

Bei Kindergärten gibt es auch Einschränkungen: Kinder, deren Betreuung zu Hause möglich ist, sollen bis Ostern nicht in den Kindergarten gehen. Die Betreuung ist bis 3. April jenen vorbehalten, deren Eltern darauf angewiesen sind - speziell wenn diese in Medizinberufen oder in der Grundversorgung tätig sind. Von der Betreuung durch Großeltern soll abgesehen werden.

Auch WIFI, BFI und Volkshochschule schränken ihren Betrieb ein

Drei große Salzburger Erwachsenenbildungseinrichtungen schränken ebenfalls ihren Präsenzunterricht bis nach Ostern (einschließlich 14. April) ein. Das Bildungsforschungsinstitut (BFI) der Arbeiterkammer, das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) der Wirtschaftskammer und die Volkshochschule (VHS) einigten sich am Donnerstag auf diese Vorgehensweise.

Es gehe um die Sicherheit der Teilnehmer, Schüler, Mitarbeiter und Referenten. Die Einschränkung sei aber derzeit reine Vorsichtsmaßnahme: "Es gibt derzeit keinen Verdachtsfall und auch keine bestätigte Coronainfektion", heißt es.

Die Lehrgangsleitungen werden in den nächsten Tagen mit den Teilnehmern in Kontakt treten und über Ersatztermine bzw. die weitere Vorgehensweise informieren. Noch nicht gestartete Ausbildungen werden, wenn möglich, auf einen späteren Starttermin verschoben.

Beim WIFI werden, wo möglich, Schulungsinhalte auf Online umgestellt, heißt es in einer Aussendung. Beim WIFI sind auch die Kurse für die Berufsmatura verschoben, die Maturatermine finden - analog zu den Allgemein- und Berufsbildenden Höheren Schulen - nicht im Mai, sondern im Juni statt.


Aufrechterhalten bleiben vorerst die Lehrabschlussprüfungen, die im WIFI stattfinden, sowie die Meisterprüfungen.
Geschlossen bleiben am Montag die Salzburger Tourismusschulen. Der Talentecheck ist noch bis Dienstag in Betrieb, danach werden alle Testungen verschoben. Beratungen der Eltern sind, wenn diese das wollen, noch möglich, sonst werden auch diese verschoben.


Aufgerufen am 26.01.2021 um 11:53 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/schulen-bereiten-sich-auf-fernlehre-vor-volksschule-wals-war-schon-gesperrt-84712414

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