Politik

Schwerarbeitspension für Elektriker erkämpft

Salzburger Arbeiterkammer zog für 59-jährigen Pinzgauer vor Gericht und hatte Erfolg.

Die Salzburger Arbeiterkammer übernahm den Rechtsschutz. SN/robert ratzer
Die Salzburger Arbeiterkammer übernahm den Rechtsschutz.

Einem Elektroinstallationstechniker, der 45 Jahre lang gearbeitet hatte, wurde der Antrag auf Anerkennung von Schwerarbeitszeiten abgelehnt. Da der Pinzgauer in seinem Job aber höchsten körperlichen Anforderungen ausgesetzt war, zog die AK für ihn vor Gericht. Mit Erfolg: Mit nun 60 Jahren kann der Mann in die Schwerarbeitspension gehen. Sonst hätte er laut AK zwei Jahre länger arbeiten und größere Abschläge hinnehmen müssen. "Dieser Fall ist nur einer von vielen und zeigt, dass die gesetzlichen Regelungen für den Zugang zu Schwerarbeitspensionen im Sinne der Fairness dringend überarbeitet werden müssen", fordert AK-Präsident Peter Eder von der zukünftigen Bundesregierung.

Ein 59-jähriger Pinzgauer Elektroinstallationstechniker beantragte bei der Pensionsversicherungsanstalt die Feststellung, dass er Schwerarbeit verrichtet hat. Dort ging man aber davon aus, dass seine Tätigkeit körperlich nicht so belastend war, dass sie in die Kategorie Schwerarbeit fällt, und lehnte seinen Antrag ab. Der Mann wandte sich an die AK.

Obwohl in der Regel Elektroinstallationstechniker keine Schwerarbeit im Sinne der Schwerarbeitsverordnung verrichten, lag hier ein besonderer Fall vor" erklärt AK-Sozialversicherungsreferent Boris Levtchev. Der Pinzgauer wurde nämlich fast ausschließlich auf Rohbauten eingesetzt. Seine Tätigkeiten: Aufstemmen von Beton mit schwerem Gerät wie Schremmhammern, Fräsmaschinen und Schlagbohrmaschinen, die nur unter großem Kraftaufwand bedient werden können. Deshalb übernahm die AK Rechtsschutz und brachte Klage gegen den ablehnenden Bescheid der PVA ein.

Im Gerichtsverfahren konnte mithilfe eines berufskundlichen Gutachtens bewiesen werden, dass der Pinzgauer an einem durchschnittlichen Arbeitstag so viele Kalorien verbrauchte, dass von Schwerarbeit im Sinne der Schwerarbeitsverordnung gesprochen werden kann. Dazu kommt, dass der Elektriker seit seinem 16. Lebensjahr immer gearbeitet und somit die erforderlichen Beitragsjahre beisammen hatte.

"Die Schwerarbeitspension kommt nur Schwerarbeitern zugute, die neben dem erforderlichen Alter auch 45 Versicherungsjahre aufweisen. Zudem müssen sie in den letzten 20 Jahren vor der Pension zumindest zehn Jahre lang Schwerarbeit geleistet haben. Der Lohn für die viele und harte Arbeit sind die niedrigsten Abschläge bei vorzeitigen Alterspensionen von 1,8 Prozent pro Jahr", erklärt der AK-Experte.

Quelle: SN

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