Politik

Seekirchen entwickelte sich vom Dorf zur Stadt

Wie steht es in Seekirchen um die Verkehrssituation, den Wohnbau und das politische Klima? Darüber diskutieren am Donnerstag um 19 Uhr in der Alten Post Seekirchen die Kandidaten für das Bürgermeisteramt.



Wie viele, wie dicht und vor allem wie hoch in Seekirchen künftig Wohnbauten errichtet werden dürfen - das ist zentrales Thema für die Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahl am 9. März.

Denn die bisherige Marktgemeinde am Wallersee ist durch den stetigen Zuzug der letzten Jahrzehnte vom dörflich geprägten Ort zur größten Stadt im Flachgau mit 10.200 Einwohnern gewachsen.

Parallel dazu haben die Preise für Baugründe nahezu mit jenen in Stadtrandlagen gleichgezogen. Infolgedessen können sich immer weniger junge Seekirchener Familien eines jener Einfamilienhäuser leisten, die bisher ortsbildbestimmend sind. Als Alternative wurden von den Bauträgern immer öfter Reihen- und Mehrparteienhäuser sowie kleinere Blocks, überwiegend mit Eigentumswohnungen, errichtet.

Die Frage, wie hoch diese Wohnblocks gebaut werden dürfen und inwieweit Einfamilienhäuser auch auf noch erschwinglichen Gründen in Weilern außerhalb des Zentrums errichtet werden dürfen, sorgt seither in der Gemeinde für oft heftige Debatten.

Bürgermeisterin Monika Schwaiger (ÖVP, 57) schlägt ein Stadtentwicklungskonzept vor, das die Faktoren zusätzlicher Wohnraum, Verkehr, Ortsbild und Bevölkerungsentwicklung in Einklang bringen soll. Sie plädiert für ein deutlich langsameres Wachstum als bisher und will, dass künftig kein neues Bauland mehr ausgewiesen wird: "Es gibt genug gewidmete Flächen im Ortszentrum."

Dazu kämen noch Flächen wie jene des Zimmereibetriebs Winklhofer, der aus dem Zentrum absiedelt und dessen Areal mit Wohnungen verbaut werden soll. Schwaiger gehen die ursprünglichen Pläne des Bauträgers aber zu weit: "Sieben Stockwerke wird es da sicher nicht geben. Beim aktuellen Bebauungsplan sind im hinteren Teil maximal fünf Geschoße fix." Der zweite Teil des Bebauungsplans dürfte aber erst nach der Wahl beschlossen werden.

Weiters will sie, dass Bauträger der Gemeinde ein Einweisungsrecht für einen Teil der geförderten Mietwohnungen einräumen. "Da sollen Seekirchener bevorzugt werden."

Michael Honzak (67), der neue Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler Seekirchen (FWS), formuliert es deftiger: "Schuhschachtel-Architektur darf es in Seekirchen nicht geben. Wir brauchen günstigere Wohnungen, aber trotzdem keine Wohnblöcke." Denn der "Bauwahn" in Seekirchen sorge für mehr Verkehr und schon jetzt sei die Stadtgemeinde bei der Straßeninfrastruktur im Hintertreffen.

Die Verkehrspolitik ist das nächste Konfliktthema: Honzak hält die hier ursprünglich von allen Parteien geforderte Begegnungszone, die in mehreren Workshops mit der Bevölkerung konkretisiert wurde, für eine "Augenauswischerei." FPÖ-Spitzenkandidat und Bezirksobmann Hermann Stöllner (27), dessen Fraktion häufig der ÖVP zu einer Mehrheit in der Gemeindevertretung verhalf, fallen beim Thema Verkehr eher die oft kritisierten Schlaglöcher auf dem mehr als 200 Kilometer umfassenden Gemeindestraßennetz ein: "Teilweise haben wir da Zustände wie ein Dritte-Welt-Land. Unsere Straßen müssen dringend saniert werden. Da braucht es einen Fünfjahresplan."

Stadtrat Walter Gigerl (53) von der grünnahen Liste Lebenswertes Seekirchen (LeSe) legt hingegen den Schwerpunkt auf den öffentlichen Verkehr: Er fordert seit Jahren ein Gesamtverkehrskonzept für den Ort und plädiert für eine Anpassung und Verlängerung des Mobilitätsvertrags mit dem Land und den ÖBB: "Der Vertrag ist Ende 2013 ausgelaufen. Viele Dinge wurden leider nicht umgesetzt - wie die S-Bahn-Station Seekirchen-Süd." Weiters pocht Gigerl auf die Umsetzung der Geh- und Radwegprojekte aus dem Vertrag und will Familien unterstützen, die Carsharing nutzen - statt eines Zweitautos.

SPÖ-Stadtrat Hans Wittek (56) setzt vor allem auf einen Ausbau der Kinderbetreuung, die er längerfristig sogar gratis anbieten will: "Wir brauchen mehr Plätze und flexiblere Öffnungszeiten. Den größten Bedarf gibt es bei den unter Dreijährigen. Die durchgeführten Bedarfserhebungen bilden da leider nicht die Realität ab."

Einig sind sich alle fünf Fraktionen darin, dass sich das Klima in der Gemeindevertretung dringend verbessern muss. Denn dieses hat gelitten - nicht zuletzt durch laufende Attacken von FWS-Vizebürgermeister Helmut Naderer auf die Bürgermeisterin. Schwaiger schwebt daher nach der Wahl ein Ausflug der gesamten Gemeindevertretung vor, der primär dem besseren Kennenlernen der Politikerinnen und Politiker in der Gemeindestube dienen soll.

Honzak gelobt einen Kurswechsel der FWS: "Wenn ÖVP oder FPÖ eine gute Idee haben, werde ich sie sicher unterstützen. Ich habe mit niemandem Probleme - außer mit Idioten."

Aufgerufen am 20.06.2018 um 03:24 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/seekirchen-entwickelte-sich-vom-dorf-zur-stadt-3859408

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