Politik

Senioren sollen um 379 Euro durch ganz Salzburg kommen

Landesrat Hans Mayr will ab Mitte 2017 erstmals eine Senioren-Jahreskarte für die Öffis anbieten. Am Preis aber gibt es auch Kritik.

Tirol hat sie, Vorarlberg auch und Wien erst recht. Die Rede ist von einer Jahreskarte für Senioren, die für alle öffentlichen Verkehrsmittel im Bundesland gilt. Geht es nach Verkehrslandesrat Hans Mayr (SBG), dann soll es ab kommendem Sommer auch in Salzburg eine Öffi-Jahreskarte für Senioren geben. Das kündigt er am Montag im SN-Gespräch an: "Ab dem Tarifwechsel 2017 können Senioren dann von Straßwalchen bis Krimml fahren, mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln ihrer Wahl."

Noch steht der Preis für die Senioren-Karte nicht fest, Mayr will sich aber am City-Ticket, also der Jahreskarte innerhalb der Stadt Salzburg, orientieren. Diese kostet 379 Euro, in diesem Bereich werde auch die landesweit gültige Senioren-Jahreskarte liegen, sagt Mayr.

Er rechnet damit, dass sich 10.000 bis 20.000 Senioren die Jahreskarte zulegen werden. "Das wird finanzierbar sein", sagt der Landesrat. Und versichert, keine zusätzlichen Budgetmittel für das neue Angebot zu brauchen. "Ich habe 100 Millionen Euro für Mobilität im Budget, innerhalb dieser Summe muss ich Prioritäten setzen". Eine weitere Priorität seien Bezirks-Tickets, mit denen alle Verkehrsmittel innerhalb eines Bezirks genutzt werden können. Was, wie Mayr, glaubt, vor allem den Pendlern zugute käme.

Genaue Altersgruppe ist noch unklar

Doch zurück zur geplanten Senioren-Jahreskarte: Neben dem ganz exakten Preis ist auch noch nicht klar, welche Altersgruppe Anspruch auf die Karte haben soll. "In diesen Fragen möchte ich noch die Seniorenvertreter einbeziehen", sagt Mayr. Denkbar wäre eine Altersgrenze von 65/60 ebenso wie eine allgemeine Grenze bei 60.

In Tirol gibt es zwei Altersgrenzen: Die Jahreskarte für Senioren ab 62 kostet 250 Euro. Wer 75 Jahre und älter ist, bekommt sie sogar schon ab 125 Euro. Diese Tarife muss das Land natürlich stützen, was es rund zwei Millionen Euro im Jahr kostet.

Erwin Krexhammer ist ein pensionierter Salzburger, der sich seit Jahren für eine Jahreskarte für Senioren einsetzt. Grundsätzlich begrüßt er daher Mayrs Vorstoß. Sollte die Karte aber tatsächlich um die 375 Euro kosten, dann befürchte er, "dass sie kein großer Verkaufserfolg wird". "Der Preis muss ein echter Anreiz sein, um das Auto stehen zu lassen", meint er. 250 Euro wären ein guter Wert, wie er meint. Die Seniorenvertreter sollten in den Gesprächen mit dem Landesrat energisch auf einen niedrigeren Preis pochen, empfiehlt er. Auch wirtschaftlich mache es sich bezahlt, weniger für die Jahreskarte zu verlangen: Dadurch würde das Jahresticket mehr angenommen, um so höher lägen die Einnahmen.

Am kommenden Montag will Landesrat Mayr jedenfalls die Lösung präsentieren - als Teil eines Gesamtpaketes für den öffentlichen Verkehr.

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