SN-Wahltour

Straßwalchener wollen wissen: Wohin geht die Reise?

Mehr als 600 Menschen informierten sich am Donnerstag bei der SN-Diskussion in Straßwalchen zur Gemeinderatswahl im März. Die Bürger schlugen Alarm: "Wir ersticken im Verkehr."

Hermann Müller aus dem Straßwalchener Ortsteil Steindorf machte seinem Ärger bei der Podiumsdiskussion in der voll besetzten Gerhard-Dorfinger-Halle Donnerstagabend Luft. "Alle reden von der zweiten Spange, was die Umfahrung angeht. Seht Ihr nicht, was täglich in Steindorf los ist? Wir ersticken im Verkehr, da hilft uns auch eine zweite Spange nichts."

Der Verkehr war bei der Veranstaltung im Vorfeld der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen am 10. März das beherrschende Thema. Die vier Bürgermeisterkandidaten wurden dazu aufgerufen, ihre Lösungsvorschläge für dieses Dauerproblem zu präsentieren. Was Steindorf betrifft waren Vize-Bgm. Liselotte Winklhofer (LIS), Gemeinderätin Tanja Kreer (SPÖ), Gemeinderat Johannes Baumann (ÖVP) und Josef Pinter (FPÖ) jedoch ratlos. "Warum Steindorf nicht von Anfang an umfahren wurde, das weiß ich nicht, das war lange vor meiner Zeit", so Kreer. "Wenn ich Ihnen verspreche, dass es in fünf Jahren Pläne für eine Umfahrung von Steindorf gibt, wäre das nicht seriös", sagte Winklhofer. Und beide Anwärterinnen auf das Amt des Bürgermeisters waren sich einig: "Wir brauchen zumindest einen Fußgängerübergang mit Ampellösung, so wie es sie seit kurzem in Hankham gibt." Dafür wolle man sich einsetzen.

Alois Lugstein, der sich selbst als Ureinwohner der stark wachsenden Flachgauer Gemeinde bezeichnet, wollte hingegen wissen, wo die Reise hingeht. "Wir waren mal ein sehr starker Ort hier im Flachgau, In den 70er Jahren haben wir warum auch immer diese Stellung verloren. Wie stellen Sie sich die Zukunft des Ortes vor? Enden wir als Glasscherbenviertel von Neumarkt?", wollte er in Richtung der Gemeindepolitiker die Visionen für ihren Heimatort wissen.

Ein harmonisches Kandidaten-Quartett

Baumann kann sich einen IT-Schwerpunkt an den Schulen vor Ort vorstellen. Kreer, die ihren Wahlkampfauftritt unter den Augen von SPÖ-Landesparteichef Walter Steidl absolvierte, will sich dafür einsetzen, eine Pflegeschule in Straßwalchen anzusiedeln und würde diese am liebsten auf dem Areal des ehemaligen Fußballplatzes ansiedeln. Pinter hingegen gemahnt zur Ruhe. "Zukunft muss man langsam planen, Step bei Step, sonst kommen etwa luxuriöse Dorfplätze raus, die niemand nutzt."

Einig war sich das über weite Strecken sehr harmonische Kandidaten-Quartett auch beim Thema Zuzug. Straßwalchen sei in den letzten 25 Jahren zu schnell gewachsen. "Wir brauchen ein gesundes Wachstum, da muss man auch über einen Baustopp nachdenken dürfen, zumindest was die Bauträger betrifft, nicht für Einzelbewilligungen", so Baumann. Vielmehr einen Widmungsstopp forderten Winklhofer und Kreer. Alles, was jetzt und in den nächsten Jahren gebaut werde, sei von der Gemeinde bewilligt worden, so ihr Tenor. "Dabei hängt die Infrastruktur schon jetzt gewaltig hinterher", sagte Pinter.

Mehr Angebote für die Jugend abseits vom Vereinsleben im Ort wünschte sich Annemarie Hochfelsner. Die Politiker verwiesen darauf, dass die Jugendlichen ihre Wünsche an die Gemeinde herantragen sollten. "Wer Ideen hat, soll sich melden, vielleicht können wir etwas umsetzen", so Winklhofer. Kreer warf die Idee für eine so genannte Pump-Track, eine spezielle Mountainbike-Strecke, in die Runde. An sich sei das Angebot im Ort mit einem Jugendzentrum, dem Skaterplatz und den Sportplätzen aber nicht so schlecht.

Die SN-Wahltour geht in Bad Hofgastein weiter

Die "Salzburger Nachrichten" und die "Salzburger Woche" organisieren zur Gemeindevertretungswahl am 10. März eine Tour durchs ganze Land. In jedem Bezirk findet in einer Gemeinde eine Podiumsdiskussion mit den Bürgermeister- und Spitzenkandidaten der antretenden Parteien statt. Ausgewählt wurden angesichts einer besonders spannenden Ausgangslage neben der Stadt Salzburg Oberndorf, Hallein, Bad Hofgastein, Saalfelden und Ramingstein. Der Eintritt bei den Diskussionen ist frei.

Die nächste Veranstaltung findet am 4. Februar in Bad Hofgastein statt. Am 12. Februar folgt Oberndorf, am 14. Februar Hallein, am 19. Februar Saalfelden, am 20. Februar Ramingstein und am 27. Februar die Diskussion in der Stadt Salzburg.

Aufgerufen am 17.09.2019 um 04:51 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/sn-wahltour-strasswalchener-wollen-wissen-wohin-geht-die-reise-64300876

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