Politik

Stadt überlegt neue Busspuren als Antwort auf das Stau-Chaos

Bürgermeister Schaden will die Öffis beschleunigen und kann sich vorstellen, dass die Innsbrucker Bundesstraße eine Busspur erhält. Der erste Doppelgelenks-Obus könnte schon 2018 fahren.

Stadt überlegt neue Busspuren als Antwort auf das Stau-Chaos SN/robert ratzer
Nichts geht mehr. Das war auf Salzburgs Straßen diese Woche öfter der Fall – wie hier in der Ignaz-Harrer-Straße.

Am Montag, dem Tag der Deutschen Einheit, waren es Tausende Deutsche, die den Verkehr völlig zum Erliegen brachten. Dienstag und Mittwoch war die Lage aufgrund des Regens kaum besser. Und am Donnerstagnachmittag löste ein Lkw im Lieferinger Tunnel die Höhenkontrolle aus. 15 Minuten Sperre reichten aus, um den Verkehr erneut lahmzulegen.

Als Reaktion kündigte Bgm. Heinz Schaden (SPÖ) am Donnerstag an, in Abstimmung mit Verkehrsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) und der Salzburg AG einen Amtsbericht vorzulegen. Dieser soll Verbesserungen für den öffentlichen Verkehr enthalten. Zunächst bekräftigte Schaden sein Nein zur Stadtregionalbahn - aus Kostengründen. Auf Nachfrage der SN gab er aber doch seine Pläne preis: "Wir werden erstmals Doppelgelenksbusse ausprobieren. Und wir wollen weitere Elektrifizierungen von Busstrecken und Obus-Beschleunigungen - speziell auf der Linie 2 zum Flughafen. Da stehen mehr Obus-Spuren zur Debatte." Beträfe das die Innsbrucker Bundesstraße? Schaden: "Da liegen Sie nicht daneben. Dazu gibt es auch Vorschläge der Salzburg AG."

Konkreter wurde Stadtrat Padutsch nach einem Gespräch mit Schaden am Nachmittag: "Ein Thema ist eine Busspur auf der Sterneckstraße zwischen Bayerhamer- und Vogelweiderstraße und eine weitere vom Römerstein in Loig Richtung Himmelreichkreuzung." Auch die schon lange geplante Busspur in der Rudolf-Biebl-Straße solle kommen, wenn nach Fertigstellung der LKH-Neubauten die Straße verbreitert werden könne. Auf der Innsbrucker Bundesstraße hält Padutsch eine bessere Ampelsteuerung für realistischer als eine Busspur.

Weiters: "Auch neue Mittelteile bei der Lokalbahn sind ein Thema." Zudem seien auch Fahrbahnhaltestellen denkbar, gegen die sich die SPÖ bisher gewehrt habe. Und die Doppelgelenksbusse? "Da sind bis zu neun Stück möglich. Der erste soll laut Salzburg AG noch 2018 fahren." Auch das Obus-Netz soll erweitert werden. Padutsch: "Bei der Linie 8 in Liefering könnten 400 Meter in der Bessarabierstraße elektrifiziert werden."

Wie viel würden diese Maßnahmen kosten und sind die Mittel im Budget bereits vorgesehen? Bgm. Schaden ließ sich dazu nur so viel entlocken: "Wir werden Geld in die Hand nehmen. Für 2017 sind 300.000 Euro Zuschuss für das (dann wieder auf 365 Euro preisreduzierte, Anm.) City-Ticket geplant." Laut Padutsch ist vor allem für die Lokalbahn-Mittelteile Geld der Stadt nötig. Schaden sieht das ähnlich: "Wir haben auch schon früher einmal einen Lokalbahnwagen finanziert. Das ist für mich auch künftig vorstellbar." Der Amtsbericht von Schaden und Padutsch soll noch heuer vorliegen. "Erste Maßnahmen auf der Musterlinie 2 könnten eventuell schon im Sommer 2017 bemerkbar sein", erklärt Padutsch. Nachsatz: "Langfristig ist das aber kein Ersatz für die Regionalstadtbahn."

Verkehrslandesrat Hans Mayr bremst beim Thema Busspuren den Tatendrang der Stadtpolitiker allerdings ein und fordert als Vorleistung ein Stadt-Mobilitätskonzept: "Ich lasse mich - auch bei den Busspuren - nicht mehr auf Stückwerk ein."

Aufgerufen am 24.09.2018 um 04:07 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/stadt-ueberlegt-neue-busspuren-als-antwort-auf-das-stau-chaos-996307

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