Das Gespenst der Stadtpolitik nimmt Gestalt an

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Standpunkt Hermann Fröschl

Für die einen ist sie die Heilsbringerin schlechthin, für die anderen Teufelszeug - und beides geht an der Realität vorbei.

Sollte der Ausbau der Mönchsberggarage tatsächlich je verwirklicht werden, wird dieser die Nöte der Altstadthändler im Kampf gegen die Supermärkte nicht lindern. Auch wenn das Argument stimmt, dass zentrumsnahe Parkmöglichkeiten für Altstädte wichtig sind.

Doch die Stadt leidet weniger an fehlenden Parkflächen denn am permanenten Stau auf dem Weg ins Zentrum. Und was soll eine zusätzliche Garage im Zentrum bringen, wenn die Kaufwilligen im Stau stecken? Und sich dieser mit neuer Garage gar noch auswächst?

Womit wir zu einer gewagten These kommen: Vielleicht könnte die Garage ja zum Katalysator für entscheidende Maßnahmen werden, vor denen sich die Stadtpolitik seit ewiger Zeit drückt. Dazu gehören die Verbannung bestehender Parkflächen im Zentrum, die weitere Verkehrsberuhigung samt Autosperre am Neutor, die eine unglaubliche Attraktivierung der Innenstadt ermöglichen würde. Und - ganz wichtig - ein tauglicher Öffi-Zubringer, der Gäste und Besucher bequem vom Stadtrand ins Zentrum bringt.

Gewagt ist die These deshalb, weil die Stadtpolitik beim Thema Verkehr unglaubliche Qualitäten besitzt. Freilich nicht beim Lösen der Probleme, sondern beim Aussetzen dieser. Qualitäten, die die Menschen und Einpendler übrigens täglich büßen.

Deshalb muss klar sein: Ohne Plan und Konsens über ein weitreichendes Rundumpaket ist der Garagenausbau unsinnig. Dann könnte man die 26 Millionen Euro dafür gleich in den Sand setzen.

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