Hier hängt der Haussegen seit Langem schief

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Standpunkt Stefanie Schenker

Es herrscht dicke Luft zwischen Landesrätin Andrea Klambauer und den Leiterinnen der Frauenhäuser in Hallein und in der Stadt Salzburg. Während auf der einen Seite von einem Auswuchs bürokratischer Anforderungen die Rede ist, die die eigentliche Arbeit behindern, wird auf der anderen Seite mangelnde Kooperationsbereitschaft beklagt. Dabei geht es auch um die Frage, ob alle Fördergelder - neben den eigentlichen Förderverträgen gab es Zusatzverträge für Extraaufwendungen - immer nachvollziehbar verwendet worden sind. Das Land verlangt zumindest Fallbeschreibungen für den Einsatz von Dolmetschern. Die Frauenhäuser führen Datenschutzbestimmungen an, die dagegensprechen.

Was keiner bestreitet, ist die Notwendigkeit von Frauenhäusern. Durchschnittlich 130 Frauen sowie deren Kinder finden jährlich vorübergehenden Schutz in einem der drei Häuser. Mit dem Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes vor 23 Jahren haben sich die Rahmenbedingungen verändert. Seither müssen Gewaltausüber - nicht mehr deren Opfer - die gemeinsame Wohnung räumen. Das Salzburger Gewaltschutzzentrum betreut jährlich rund 1200 Personen. 2018 wurden in Salzburg 524 Betretungsverbote ausgesprochen und 92 Stalkinganzeigen vor Gericht eingebracht. Aber: Immer noch gibt es Fälle, in denen ein Frauenhaus besseren Schutz bietet. Ein Machtkampf ist das Letzte, was diese Frauen brauchen - und dennoch zeichnet sich ein solcher ab.

Aufgerufen am 27.01.2021 um 03:28 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/standpunkt-hier-haengt-der-haussegen-seit-langem-schief-83790148

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