Politik

Stefan Schnöll aus Wals steigt an der Seite von Sebastian Kurz auf

Stefan Schnöll dürfte die Junge Volkspartei (JVP) übernehmen. Wie der 29-Jährige vom Fußball in Wals in die Politik nach Wien gelangte.

Für den Walser Ortschef Joachim Maislinger (ÖVP) sind Stefan Schnöll und Sebastian Kurz "fast wie zwei Brüder". Der 29-jährige Generalsekretär der Jungen Volkspartei wird wohl Sebastian Kurz als JVP-Chef beerben. Schon bisher hatte Schnöll an der Seite von Kurz eine Schlüsselposition inne. Seit 2015 ist er Generalsekretär der JVP, vier Jahre lang war er Vizepräsident der jungen Europäischen Volkspartei und hat in Brüssel mitunter gemeinsam mit dem Außenminister gearbeitet.

Politik? Nur am Wirtshaustisch

Schnöll studierte Jus in Wien, ist seit 2014 mit dem Studium fertig und absolvierte sein Gerichtspraktikum am Bezirksgericht Wien-Favoriten und am Landesgericht Wiener Neustadt. Der 29-Jährige stammt aus Wals-Viehhausen. Aus einer ganz und gar unpolitischen Familie, wie er sagt. "Ich bin im Wirtshaus groß geworden, und auch so sozialisiert". Die Oma führte das Gasthaus Webersdorfer in Viehhausen, in dem seine Mutter heute noch kocht. Der Vater arbeitete bei der Berufsfeuerwehr. "Aber der Papa hat schon geschaut, dass ich das Jus-Studium fertig mache. Das war ihm wichtig, bei all der Politik nebenbei."

Fußball damals wichtiger als Politik

In Jugendtagen hatte Schnöll mit Politik wenig am Hut. Da war für den Mittelfeldspieler von Wals-Grünau der Fußball wichtiger als alles andere. "Vier Mal Training pro Woche, am Wochenende Match in der Landesliga, da blieb nicht viel Zeit."

Dass er mit 16 der jüngste Spieler der Kampfmannschaft war, zeigte seinen Ehrgeiz und sein Talent. Der Zufall wollte es, dass er beim Bundesheer in der Schwarzenbergkaserne einen Wiener kennenlernte, den er in Wien bei seiner ersten Vorlesung im Jus-Studium wiedertraf.

Dieser nahm ihn zu einer JVP-Veranstaltung mit. Und eben dort wurde Sebastian Kurz zum Landesobmann gekürt. Seither engagiert sich der 29-Jährige in der JVP. "Mich hat nicht die Partei als solches beeindruckt, sondern Personen. So wie Alois Mock, der hat mir auch getaugt.

Bei Sebastian Kurz war einfach etwas in Bewegung." Und so habe man in der ersten Kampagne der JVP gefordert, dass die Wiener U-Bahn am Wochenende 24 Stunden durchfahre. Diese Forderung habe sich durchgesetzt, die Wiener U-Bahn fährt seither an Wochenenden Tag und Nacht. "Jeder, der damals dabei war, ist auch heute noch Feuer und Flamme", sagt Schnöll.

Eine eingeschworene Truppe

Das Erfolgsgeheimnis rund um Kurz sei der Teamgeist. "Das ist nicht nur so dahergesagt: Der Teamgeist ist wichtig. Wir sind eine eingeschworene Truppe." Wobei Kurz als Chef "niemals laut" werde, "sehr bestimmt" agiere, mit einer klaren Struktur, und vor allem einen "guten Umgang mit Mitarbeitern pflege".

Welche Karriereziele Schnöll selbst noch hegt? "Ich will in der Politik nicht zu langfristig planen. Es kann alles sehr schnell gehen." Wenn ihm aber etwas Spaß mache, stecke er alles hinein. "Wie beim Fußball."

Und auch wenn er derzeit in Wien lebe, sei er seiner Heimatgemeinde Wals-Siezenheim und seiner ehemaligen Fußballmannschaft noch sehr verbunden. "Ich bin schon relativ oft daheim, zumindest ein Mal im Monat. Leider habe ich es zum Muttertag nicht geschafft, das war den Umständen geschuldet." Denn just am Muttertag wurde sein Weggefährte Sebastian Kurz zum ÖVP-Chef bestimmt.

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