Politik

Stichwahl in acht Salzburger Gemeinden: Erste Ergebnisse

Knapp 140.000 Menschen waren heute noch einmal in die Wahlkabinen gerufen: In acht Gemeinden des Landes finden die Bürgermeister-Duelle in einer Stichwahl statt. Straßwalchen und Neumarkt sind bereits ausgezählt.

In Neumarkt am Wallersee ging das Rennen um das Amt des Bürgermeisters denkbar knapp aus. Alt-Bürgermeister Emmerich Riesner (ÖVP) trat nicht mehr an. Sowohl ÖVP als auch SPÖ schickten neue Kandidaten ins Rennen, für keinen der beiden hat es im ersten Anlauf gereicht: Im zweiten Wahlgang konnte Adi Rieger (ÖVP) mit 50,3 Prozent (45,7) seinen Konkurrenten Jan Schierl (SPÖ) mit 49,7 Prozent (31,2) und nur 17 Stimmen schlagen.

In Straßwalchen konnte sich Ortschef Fritz Kreil (ÖVP) gegen seine frühere Parteifreundin und Vizebürgermeisterin Liselotte Winklhofer klar durchsetzen. Winklhofer hatte im Vorfeld der Wahl die Partei verlassen und eine eigene Liste gegründet. Kreil kam im zweiten Wahlgang auf 60,5 Prozent (47,3), seine Herausforderin brachte es auf 39,5 Prozent (27,4).

Salzburg-Stadt, Straßwalchen, Seekirchen, Neumarkt, St. Martin bei Lofer, Bruck an der Glocknerstraße, Rauris und Wagrain: Für acht der 119 Salzburger Gemeinden sind die Bürgermeisterwahlen vom 9. März noch nicht abgeschlossen gewesen. Keiner der Kandidaten konnte im ersten Anlauf die absolute Stimmenmehrheit erzielen. Die jeweils zwei Besten müssen daher heute in die Stichwahl.

In der Landeshauptstadt hatte Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) schon im Vorfeld geahnt, dass angesichts von sieben Mitbewerbern seine Wiederwahl schon im ersten Wahlgang alles andere als eine "g'mahde Wies'n" sei. Der am längsten durchgehend amtierende Bürgermeister der Stadt brachte es am 9. März letztlich auf 45,3 Prozent, was zwar der "Absoluten" schon recht nahe kam, aber eben doch nicht reichte. Bester Herausforderer war - wie schon vor fünf Jahren - Vizebürgermeister Harald Preuner von der ÖVP. Ihm schenkten 19,5 Prozent der Wähler das Vertrauen.

Noch einmal von vorn im Flachgau Zurück an den Start heißt es auch in den Flachgauer Gemeinden Straßwalchen, Neumarkt und Seekirchen am Wallersee, in den Pinzgauer Orten St. Martin bei Lofer, Bruck an der Glocknerstraße und Rauris sowie in Wagrain im Pongau.

Vier Gegenkandidaten waren für die amtierende Bürgermeisterin von Seekirchen, Monika Schwaiger (ÖVP), im ersten Wahlgang eine zu große Hürde: Mit 41,3 Prozent muss auch sie in die Stichwahl. Ihr Kontrahent heißt Walter Gigerl, der es mit seiner Liste Lebenswertes Seekirchen (LeSe) als einziger Grüner im Bundesland in das "Finale" geschafft hat. Gigerl erreichte am 9. März 20,7 Prozent der Stimmen.

Duell der Cousins in St. Martin Bereits zum zweiten Mal treten in St. Martin bei Lofer die beiden Cousins Sepp Leitinger (ÖVP) und Willi Leitinger von der Wählergemeinschaft Pro St. Martin (WPS) in einer Stichwahl gegeneinander an. Der Sieger der Wahl 2009, Ortschef Sepp Leitinger, brachte es heuer im ersten Anlauf auf 42,0 Prozent, sein Cousin auf 33,6 Prozent.

Auch in Bruck an der Glocknerstraße hat Bürgermeister Herbert Burgschwaiger (SPÖ) angesichts von drei Gegenkandidaten die Wiederwahl auf Anhieb verfehlt. Er erhielt 44,2 Prozent der Stimmen und blieb damit nur knapp vor seiner ÖVP-Herausforderin Karin Hochwimmer, die 40,9 Prozent einfuhr.

Etwas überraschend muss auch der Langzeit-Bürgermeister (25 Jahre) von Rauris, Robert Reiter (ÖVP), in die Stichwahl. Er kam über 43,7 Prozent nicht hinaus. In der Stichwahl am Sonntag fordert ihn Peter Loitfellner (SPÖ) heraus, der am 9. März 38,4 Prozent der Stimmen bekommen hat.

Ebenso unerwartet hat auch der Bürgermeister von Wagrain im Pongau, Eugen Grader (ÖVP), die Bestätigung im Amt schon im ersten Wahlgang verpasst. 47,1 Prozent der Wähler kreuzten seinen Namen an, sein erster Herausforderer Josef Kreuzsaler von der SPÖ brachte es auf 40,8 Prozent. Niedrige Wahlbeteiligung in der Stadt SalzburgVor dem "Showdown" zur Wahl des Bürgermeisters wollte die Stadt Salzburg noch die Bevölkerung mobilisieren. Sie hat rund 300 Werbeflächen angemietet, auf denen sie an die Menschen appellierte, heute bei der Stichwahl von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen. "Die Wahlbeteiligung war schon im ersten Wahlgang unter 50 Prozent, es gibt die Befürchtung, dass wir unter 30 Prozent fallen, das ist für die Demokratie nicht gut", sagt Bürgermeister und SPÖ-"Finalist" Heinz Schaden und lädt die Salzburger ein Mal mehr ein, heute ihre Stimme abzugeben.

Wahllokalsuche in der Stadt Salzburg

Öffnungszeiten der Wahllokale: Stadt Salzburg 7 bis 16 Uhr, Neumarkt 8 bis 15 Uhr, Seekirchen 8 bis 16 Uhr, Straßwalchen 7 bis 15 Uhr, Wagrain 7 bis 16 Uhr, Bruck 7 bis 16 Uhr, Rauris 7 bis 16 Uhr, St. Martin 7 bis 15 Uhr.

Quelle: Apa, SN

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