Politik

Stöckl: "Junge werden in Facharzt- Ausbildung gedrängt"

LH-Stv. Christian Stöckl (ÖVP) freut sich, dass GKK und Ärtzekammer mehr tun wollen, um Hausärzte zu finden. Er kritisiert aber, dass durch die neue Ärzte-Ausbildung ein gewisser Druck auf Jungärzte entstehe, sich für eine Facharzt-Ausbildung zu entscheiden. Das ist heikel - den Stöckl ist in der Landesregierung selbst für die Spitäler zuständig.

LH-Stv. Christian Stöckl ist innerhalb der Landesregierung für die Spitäler zuständig.  SN/robert ratzer
LH-Stv. Christian Stöckl ist innerhalb der Landesregierung für die Spitäler zuständig.

Das zwischen Gebietskrankenkasse und Ärztekammer geschnürte Paket zur Bekämpfung des Hausärztemangels wird auch vom Spitalsreferenten des Landes, LH-Stv. Christian Stöckl (ÖVP), begrüßt. Stöckl fordert aber noch größere Anstrengungen: Denn bis zum Jahr 2026 müssen pro Jahr 22 Mediziner gefunden werden, um alle in Pension gehenden Kassenärzte nachzubesetzen.

Stöckl: "Tatsache ist, dass durch die neue Ärzteausbildung die Zahl der Allgemeinmediziner zurückgeht." Denn bisher mussten angehende Mediziner eine dreijährige Ausbildung im Spital absolvieren, um Allgemeinmediziner zu werden. "Jetzt macht jeder Arzt eine neunmonatige Grundausbildung und muss dann entscheiden, ob er sich zum Facharzt oder zum Allgemeinmediziner ausbilden lässt," sagt Stöckl. Weil diese Entscheidung so früh gefällt werde, falle eine Orientierungsphase weg. "Sehr oft wird ein Jungmediziner dazu gedrängt, in ein Fach zu gehen, weil es ja im Interesse des Spitals ist, den Facharzt-Nachwuchs zu sichern. Dazu kommt, dass Bezahlung und Dienstzeiten im Spital meist attraktiver sind als jene eines Allgemeinmediziners."

Stöckl fordert Gleichstellung von Haus- und Fachärzten

Aus Stöckls Sicht sollte künftig ein Allgemeinmediziner einem Facharzt gleichgestellt werden ("Facharzt für Allgemeinmedizin"). Er betont, dass das Land hier seine Hausaufgaben gemacht habe - nicht zuletzt mit der Salzburger Initiative für Allgemeinmedizin (SIA), die Jungmedizinern eine "Lehrpraxis" beim einem Hausarzt ermögliche. Weiters gebe es im Tennengau ein Pilotprojekt: "Hier werden Jungmediziner von den Gemeinden eingeladen, bei einem Hausarzt in Praktikum zu absolvieren." Die Kosten für das Wohnen samt allfälligen Vergütungen würden die Gemeinden zahlen. Und im Schwarzacher Spital finanziere das Land mit 325.000 Euro pro Jahr die Ausbildung für zusätzliche fünf Allgemeinmediziner.

Sebastian Huber (Neos): "Dem Land fehlt ein Konzept"

Auch Neos-Gesundheitssprecher Sebastian Huber begrüßt das beschlossene Paket. Kritisch sieht Huber aber, "dass von Seiten des Landes, im Gegensatz zu GKK und Ärztekammer, keine Konzepte für die medizinische Versorgung der Salzburger existieren. Wie soll die Zusammenarbeit des ambulanten mit dem niedergelassenen Bereiches in Zukunft aussehen?" Das sei eine offene Frage, die bis dato nicht beantwortet sei, sagt Huber.

Quelle: SN

Aufgerufen am 19.09.2018 um 10:30 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/stoeckl-junge-werden-in-facharzt-ausbildung-gedraengt-568969

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