Politik

Straches Angriff mit altbekannten Themen

Die FPÖ strotzt vor Selbstvertrauen. Sie will bei der nächsten Nationalratswahl die Nummer Eins in Österreich werden. Daran ließ Heinz-Christian Strache beim Neujahrstreffen der FPÖ in der Salzburg Arena am Samstag keinen Zweifel aufkommen.

Das FPÖ-Neujahrstreffen in Salzburg. SN/APA/BARBARA GINDL
Das FPÖ-Neujahrstreffen in Salzburg.

Die Themen, auf die er setzt, sind altbekannt. Die Zuwanderung, der Anstieg der Kriminalität, die schlechte Wirtschaftslage und der Kampf gegen das Establishment, das den Wahlsieg der Freiheitlichen mit allen Mitteln verhindern wolle. Wobei Strache unter Establishment eigentlich jeden meint, der nicht freiheitlich denkt. Die Chancen Straches, sein Ziel zu erreichen, stehen nicht schlecht. Dies liegt auch daran, dass die Regierung über Jahre die Augen vor den Problemen des Landes verschlossen hat und auch die Sorgen vieler Menschen nicht ernst genommen hat.

Manches, das die FPÖ immer schon thematisierte, ist wahr geworden. Dass der ungeregelte Zuzug zum österreichischen Arbeitsmarkt das Land überlasten könnte, dass der große Andrang von Flüchtlingen nicht so ohne weiters zu verkraften sein wird. Dazu die Warnung vor dem islamischen Terrorismus, steigende Kriminalität und eine SPÖ-ÖVP-Regierung, die sich gegenseitig blockiert und an vielen Reformen scheitert. Für all das hat sich erst vor wenigen Tagen Bundeskanzler Christian Kern bei der Bevölkerung entschuldigt und damit praktisch auch zugegeben, dass die Kritik der FPÖ berechtigt ist.

Die Frage ist nur, wem die Österreicherinnen und Österreicher zutrauen, diese Probleme zu lösen. SPÖ und ÖVP haben noch eineinhalb Jahre Zeit, um zu beweisen, dass sie doch noch in der Lage sind, große Schwierigkeiten zu meistern und nicht nur davon zu reden. Nur wenn sie das schaffen, haben sie noch eine Chance, den blauen Zug bei den kommenden Wahlen aufzuhalten. Das Argument "Strache darf nicht Kanzler werden", wird allein nicht mehr reichen.

Quelle: SN

Aufgerufen am 20.11.2018 um 05:52 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/straches-angriff-mit-altbekannten-themen-528826

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