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Streit beigelegt: Nach Salzburg führt auch Oberösterreich Lkw-Fahrverbote ein

Die Fahrverbote für Transit-Lkw werden auf zwei weitere Landesstraßen ausgedehnt. Oberösterreich zieht auf dem eigenen Landesgebiet nach. Dafür gibt es weitreichende Ausnahmen für den Ziel- und Quellverkehr in den Nachbarbezirken.

Nicht nur durch Lamprechtshausen, auch auf der Mattseer Landesstraße und der Wiener Straße soll die Zahl der schweren Lkw um zehn Prozent sinken. SN/robert ratzer
Nicht nur durch Lamprechtshausen, auch auf der Mattseer Landesstraße und der Wiener Straße soll die Zahl der schweren Lkw um zehn Prozent sinken.

Das angekündigte Fahrverbot für Lkw und Sattelzüge über 7,5 Tonnen auf der Lamprechtshausener Straße (B156) hat das Verhältnis zu den oberösterreichischen Nachbarn auf eine harte Probe gestellt. Denn ursprünglich sollte auf dem Abschnitt nur der Schwerverkehr mit Start oder Ziel in Salzburg ausgenommen werden. Im Innviertel, wo sich viele Betriebe angesiedelt haben, gingen die Wogen hoch.

Nun wurde der Streit nach einem weiteren Arbeitsgespräch zwischen den Landeshauptleuten Wilfried Haslauer und Thomas Stelzer und den Verkehrslandesräten Stefan Schnöll (alle ÖVP) und Günther Steinkellner (FPÖ) am Montag beigelegt. Der Kompromiss sieht vor, dass das Verbot für Transit-Lkw auf der B156 auch auf oberösterreichischer Seite eingeführt wird. Es soll, wie angekündigt, auf Salzburger Seite ab 15. März gelten.

Zudem gibt es ab Mai zwei weitere grenzüberschreitende Fahrverbote für den Schwerverkehr auf der Mattseer Landesstraße (L101 bzw. L505 auf oberösterreichischer Seite) sowie auf der Wiener Straße (B1) bis Straßwalchen und der Braunauer Straße (B147). Dafür gibt es umfassende Ausnahmen, nicht nur für den Ziel- und Quellverkehr in Bundesland Salzburg. Auf der B156 dürfen auch Lkw mit Start oder Ziel Bezirk Braunau uneingeschränkt unterwegs sein. Dasselbe gilt für mehrere bayerische Gemeinden in der Nähe von Braunau. Von den beiden ab Mai hinzukommenden Verboten sind neben Braunau auch die Bezirke Vöcklabruck und Ried ausgeklammert.

Die nunmehrigen großzügigen Ausnahmen von dem Fahrverbot auf der B156 rechtfertigt das Büro von Landesrat Schnöll mit der Ausweitung der Verbote auf weitere Straßen im Flachgau sowie im Innviertel. "Unsere ursprüngliche Ankündigung war, den gesamten Transit auszusperren", sagt Schnöll-Sprecher Christoph Bayrhammer. Durch den Flachgau sollen dann ab Mai pro Tag 250 schwere Lkw weniger Rollen - laut Bayerhammer rund zehn Prozent weniger als bisher.

Straßwalchens Bürgermeisterin Tanja Kreer (SPÖ) zeigt sich zufrieden mit der "Kompromisslösung". Sie erwarte sich, dass der Schwerverkehr nun zumindest nicht weiter zunehme. Auch Kreers Parteifreund Erich Rippl, Ortschef in Lengau, sagt, er sei nun "positiv gestimmt".

Neben der Ausweitung der Fahrverbote für Lkw über 7,5 Tonnen und Sattelzüge haben sich die Landespolitiker auf weitere Maßnahmen für den öffentlichen Verkehr geeinigt. So wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet, die Salzburger Lokalbahn von Lamprechtshausen über die Landesgrenze nach Eggelsberg zu verlängern. "Wir werden heuer noch eine Korridoruntersuchung durchführen", sagt Bayrhammer. Es handle sich jedoch um ein langfristiges Projekt. Priorität habe der Lokalbahn-Ausbau Richtung Süden bis Hallein, der nicht vor 2027 abgeschlossen sein dürfte. Dafür werde die Buslinie 880 zwischen Eggelsberg und Lamprechtshausen auf einen Einstundentakt verdichtet. Bisher seien die Busse nur alle zwei Stunden unterwegs gewesen. Die Kosten übernehme das Land Oberösterreich.

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