Politik

Tempo 80 auf dem Prüfstand: Gutachterstreit im Landtag

Die Parteien beraten, wie es mit der umstrittenen flexiblen Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Salzburger Stadtautobahn weitergehen soll.

Tempo 80 auf dem Prüfstand: Gutachterstreit im Landtag SN/robert ratzer
Symbolbild.

Tempo 80 oder 100 auf der Stadtautobahn? Für diese - theoretische - Streitfrage haben dieser Tage staugeplagte Autofahrer nur ein Achselzucken übrig.

Der Landtag beschäftigt sich heute, Mittwochnachmittag, mit dem politischen Dauerbrenner. Es geht um einen Antrag der FPS von Karl Schnell im Ausschuss. Die FPS schlägt vor, dass der Achtziger nur mehr für Lkw gelten soll, nicht für Pkw. Begründung: Seit der Einführung des flexiblen Tempolimits im März 2015 habe sich das Unfallrisiko auf dem rund zehn Kilometer langen Abschnitt zwischen Salzburg Nord und dem Knoten Salzburg deutlich erhöht. Viele Lkw würden ungestraft 90 und damit schneller als Pkw fahren, was zu sehr gefährlichen Situationen führe. Auch die FPÖ verlangt das Aus für den "Luft-Achtziger".

Rössler verteidigt Luft-Achtziger und will mehr Lkw-Kontrollen

Die Parteien stützen sich auf unterschiedliche Gutachten mit zum Teil völlig gegensätzlichen Ergebnissen. Der Sachverständige Friedrich Nadler kommt im Auftrag des Landes zum Schluss, dass die Reduktion auf 80 km/h für alle Fahrzeuge die geeignete Lösung sei. Eine Verringerung für Lkw auf 60 km/h wäre denkbar, auf Grund der Unfallanalysen jedoch nicht zwingend erforderlich. Eine Staffelung 80 für Lkw/90 für Pkw wäre - weil in Österreich unüblich - nicht zu empfehlen.

Die grüne LH-Stellvertreterin Astrid Rössler sagt, die FPS reite "ein totes Pferd". Der Antrag vom Dezember 2015 enthalte überholte Behauptungen. Rössler verteidigt den flexiblen Achtziger, weil die Schadstoffbelastung trotz steigenden Verkehrs abnehme. Stickstoffdioxid habe sich um fünf bis sechs Prozent verringert. "Die Maßnahme wirkt."

Verbesserungsbedarf sieht sie allerdings beim Verhalten drängelnder, rücksichtsloser Lkw-Lenker. Aber nicht mit einem neuen Limit, sondern mit mehr Kontrollen, besonders Abstandsmessungen.

Die Landtagssitzung wird ab 9 Uhr live übertragen

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