Politik

Tennengauer FPÖ-Spitzenkandidat war einst auch in der rechtsextremen NDP aktiv

Reinhard Rebhandl tritt für die FPÖ bei der Landtagswahl an. In der NDP-Zeitung ist der Salzburger nicht nur beim Parteitag 1984, sondern auch beim Begräbnis des NS-Fliegersoldaten Hans-Ulrich Rudel zu finden. Rebhandl verteidigt seine Aktivitäten - sein Vater sei ausschlaggebend dafür gewesen.

Mitte Februar hat Salzburgs FPÖ-Chefin ihren Spitzenkandidaten für den Tennengau und Nummer sechs der Landesliste für die Landtagswahl vorgestellt. Reinhard Rebhandl sei der einzige Burschenschafter auf den ersten 20 Plätzen und sie schätze ihn sehr, sagte Svazek.

Es dauerte nicht lange, bis Rebhandl mit der Vergangenheit seines Vaters Fritz konfrontiert wurde. Dieser war Landessprecher der Nationaldemokratischen Partei (NDP) in Salzburg. Die NDP wurde 1988 vom Verfassungsgerichtshof verboten, weil das Grundsatzprogramm auf einem "biologisch rassistischen Volksbegriff" basiere und in den wesentlichen Punkten mit jenen der NSDAP übereinstimme. Fritz Rebhandl wurde zwei Mal wegen NS-Wiederbetätigung verurteilt. Sein Sohn, Reinhard Rebhandl, hatte stets versichert, mit seinem Vater gebrochen und einen anderen Weg eingeschlagen zu haben.

"Mit der Trompete den Zapfenstreich geblasen"

Reinhard Rebhandl war aber auch in der NDP aktiv. Das zeigen zumindest zwei Ausgaben der NDP-Zeitschrift "Klartext", die jetzt aufgetaucht sind. 1983 schreibt die Zeitschrift, dass "der Sohn unseres Salzburger Landessprechers, unser junger Kamerad Reinhart (sic!) Rebhandl", beim Begräbnis von Oberst Hans-Ulrich Rudel (dem höchstdekorierten NS-Fliegersoldaten) "mit der Trompete den Zapfenstreich geblasen und damit einen würdigen Abschluss gesetzt" habe. Rebhandl taucht als 19-Jähriger auch 1984 auf, als er beim 15. Bundesparteitag der NDP einen Zapfenstreich spielt (siehe Bild unten).

Rebhandl sagt dazu, er habe immer betont, dass er sich von seinem Vater distanziert habe. Das sei eine Woche nach der Matura 1985 geschehen. Bei den NDP-Veranstaltungen sei er gewesen, weil ihn der Vater mitgeschleppt habe. "Ich habe mit dem nichts am Hut, es ist mir zutiefst zuwider, aber ich kann es nicht rückgängig machen." Ob er NDP-Mitglied gewesen sei? "Ich glaube, behaupten zu können, dass ich nicht Mitglied war."

FPÖ-Chefin Marlene Svazek sagt: "Der Reinhard hat mir glaubhaft versichert, dass er mit seinem Vater gebrochen hat. Vielleicht war das ausschlaggebend dafür, dass er in dieser Szene drin war und gesehen hat, das ist nichts für mich, da habe ich mich verrannt." Sie gestehe jedem jungen Menschen ein, dass er auf der Suche sei. "Ich messe die Leute daran, ob sie gescheiter geworden sind oder nicht."

Quelle: SN

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